Reinheitsgebot

Posted: May 17, 2014 in Swiss beer scene
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reinheitsgebot_schild_neuLa traduction française se trouve plus bas.

For english, please scroll to the end.

Heutzutage wird in der Schweiz leider immer zu häufig der Reinheitsgebot-Mythos zelebriert und referenziert. Es ist nicht selten, dass neue Mikrobrauereien (und nicht nur in der Deutschschweiz !) das Reinheitsgebot als Garantie ihrer Bier-Qualität ganz stolz hervorbringen. Ebenfalls war kürzlich in der Bier-Zeitung der GFB (Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt) zu lesen: “In der Schweiz gilt das Reinheitsgebot ebenfalls“. Ein eher pikantes Paradox …

Deshalb ist es wieder mal Zeit, die Tatsachen klarzustellen und der folgende Artikel (zwar alt aber weiterhin völlig relevant) von Ronald Pattinson – Bier Schriftsteller und Historiker – ist dafür bestens geeignet.

<Anfang des Artikel von Ron Pattinson>

“Das Reinheitsgebot – und weshalb es Mist ist”

Das Reinheitsgebot, das älteste Verbraucherschutzgesetz und eine Garantie der Bierqualität. Ein Beispiel für die Welt, wie Bier gebraut werden sollte, so wie es die Deutschen für Jahrhunderte getan haben. Gut-naja, nicht wirklich. Diese sind einige der Mythen, die ich hier besprechen möchte. Jeder denkt, daß er weiß, was das Reinheitsgebot ist und denkt, daß es echt super ist. Dies ist ein Versuch, einen objektiven Blick auf etwas zu richten, was ein sehr emotionales Thema sein kann.

Jetzt könnten einige Leute ein wenig entsetzt sein, und sich vielleicht sogar durch den Titel dieser Seite beleidigt fühlen , deshalb zuerst einige Worte der Erklärung : Deutsches Bier im allgemeinen wird zu einem sehr hohen Standard gebraut, den der Rest der Welt mit Recht beneidet. Leider scheinen viele Leute über die Gründe für die hohe Qualität des deutschen Bieres verwirrt zu sein. Insoweit ich es sehe, ist das Reinheitsgebot total irrelevant; Deutsches Bier ist gut, weil deutsche Brauer große Fachkenntnis haben und ihr Bier mit Stolz und Sorgfalt brauen.

Daß dies auch ohne die Beschränkung von Malz, Wasser, Hopfen und Hefe zu verwenden , möglich ist, kann durch viele, selbst auch deutsche Biere, nachgewiesen werden. Die Verachtung des Bieres aus der DDR- meistens wegen des angenommen minderwertigen Brauenstandards – finde ich total unrechtmäßig, und meistens auf reines Vorurteil gegründet. Ich kann mich erinnern, als in der DDR zum ersten Mal westdeutsches Bier auf den Markt kam. Was mich überraschte war, wieviel schlechterdie importierten Biere gegenüber den angeblich minderwertigeren Gegenstücke aus der DDR waren. Ich konnte nicht begreifen, weshalb jedermann diese teueren, geschmacklosen Biere den eigenen örtlichen würzigen Bieren bevorzugte.Die Zeit hat gezeigt, daß dies nicht so geblieben ist. Sogar schon vor der Wiedereinführung des Reinheitsgebots im Osten waren die Leute zu ihren alten Lieblingen zurückgekehrt. Jedermann, der das seichte Abwaschwasser von Eschwege Pilsener mit dem wundervollen Mühlhäusener Pilsator verglich, müßte wissen, daß DDR-Bier einfach besser schmeckte.

Ich weiß, daß meine eine umstrittene Ansicht ist, weil viele Leute, einschließlich derer, die es wirklich besser wissen müßten, hypnotisiert sind durch das Argument der “Reinheit” des Bieres, und finden es schwer zu glauben, daß Bier mit anderen Bestandteilen nicht nur genau so rein sein kann, sondern auch genauso gut schmecken kann. Eine geldgierige kommerzielle Brauerei schafft es natürlich, ein minderwertiges Bier entweder mit oder ohne die Beschränkungen des Reinheitsgebot zu brauen. Das Problem ist, daß wenn man sich nur auf eine begrenzten Liste von Bestandteilen konzentriert, man im Kern einen Kompromiß über die Bierqualität der anderen Schlüsselbereiche erlaubt. Ich glaube, daß die Diskussion sich mehr um die Faktoren konzentrieren sollte, die wirklich zum Geschmack eines Bieres entscheidend sind: die Qualität der Bestandteile, die Lagerzeiten, diePasteurisierung, die Filtrierung und die Karbonisierung. Ich denke, daß es zu einfach für viele deutsche Brauereien (und da nicht nur die großen ) gewesen ist, über der Einführung zweifelhafter Techniken zu plaudern und zu behaupten, daß sienoch ‘ reines ‘ Bier brauen. Es tut mir leid, aber ich kann leider nicht glauben ,daß ein gefiltertes, pasteurisiertes Bier, das nur kurz gelagert wurde, für den unwissenden oder unkritischen Kunden ein “reines ‘ Bier ist, bloß weil nur Malz im Sud war. Ich bin nicht für den Einsatz großer Mengen an Zusätzen im der Maische, aber ich weiß, daß ich es wahrscheinlich nicht bemerken würde, ob ein Bier 5% von Nichtmalz-Bestandteilen enthält; wohl aber daß es nicht lang genug gelagert worden ist. Die einzigste Sache, die für mich wichtig ist, ist daß das Bier schmeckt. Solange es gut schmeckt und nichts schädliches enthält, dann sollte der Brauer verwenden, was er will. Man muß bloß mal nach Belgien schauen um zu sehen, wie weit die Grenzen von dem, was als Bier verstanden wird, erweitert werden können. Einfach zu beharren, daß ein Bier gut ist, weil es ‘ rein ‘ ist, macht es jedem deutschen Brauer einfach, die Produktionskosten zu drücken, und doch ein “hochwertiges Produkt” zu liefern.

Seien wir mal ehrlich, es wird eine Menge schlechtes Bier gebraut in Deutschland. Es gibt auch eine große Menge sehr gut produziertes Bier, aber darauf zu bestehen, daß jedes deutsche Bier gut ist, ist doch lächerlich. Nicht jedes britische Bier ist gut, nicht jedes belgische Bier ist gut, sogar nicht jedes tschechische Bier ist gut. Vom karameligem, süßlich-verkochtem Geschmack eines massenproduziertem Altbiers über ein seifiges, süßes Helles bis zu einem eindimensionalen Pils, was wie Limonade mit Hopfenzusatz schmeckt, es gibt eine Menge von langweiligen bis sogar unangenehmen Bieren. Andererseits gibt es die in der Hausbrauerei gebrauten Altbiere von Düsseldorf als eines der feinsten Beispiele der obergärigen Biere in der Welt. Ein fränkisches ungefiltertes Kellerbier ist eine Offenbarung für jeden, der glaubt, daß untergärige Biere nie mit einem Ale für dessen Geschmack und Komplexität des Aromas konkurrieren könnten. Ein bayerischer Weizen, mit seinem Bouquet an Gewürzen – Koriander, Nelken und sogar Banane – kann durch dessen beschränkte Auswahl an Bestandteilen verwirren und dadurch die Aromen einer Gewürzmühle erzielen. Es gibt eine große Vielfalt und vieles, auf was die deutsche Brauwelt stolz sein kann.

Nach dieser Erklärung oder vielleicht auch Entschuldigung: hier sind meine Gründe, weshalb ich glaube, daß das Reinheitsgebot Unsinn ist:

  1. Niemand in der Welt braut nach dem Reinheitsgebot von 1516 . Jeder (mit Ausnahme der Lambic-Brauer, die sich aus anderen Gründen nicht dafür qualifizieren), benutzt neben Wasser, Malz (und ist spezifisch und ausschließlich Gersten- Malz) auch Hefe. Selbst, wenn Sie nicht es absichtlich hinzufügen, würde man es schwerlich ein Bier ohne Hefe brauen können.
  2. Es ist ein Brotschutz- anstatt ein Bierschutzgesetz . Die ursprüngliche Idee, die erlaubten Bestandteile des Bieres zu begrenzen, war es, die Menschen abzuhalten, Bier mit Getreide zu brauen, anstatt daraus Brot zu backen. Vor allem Roggen und Weizen. Die Gerste, die man nicht zum Backen verwenden konnte, aber wohl zum Bierbrauen, sollte für Bier genommen werden. Kein Weizenbier kann behaupten, nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut zu sein, weil es bis das 16. Jahrhundert nur dem Adel erlaubt wurde, mit Weizen Bier zu brauen (genau wie das Essen von Weißbrot), besonders in Bayern war der Gebrauch von Weizen in Bier verboten. Im ursprünglichem Gesetz war nur Gerstenmalz erlaubt..
  3. Die einzig erlaubten Bestandteile sind Malz, Wasser, Hopfen und Hefe, außer dem Zucker in obergärigen Bieren. Warum es erlaubt ist in obergärigen Bieren, und verboten in den untergärigen, ist mir ein Rätsel. Beachten Sie bitte, daß deutsche Brauer die Tatsache nicht bekanntmachen, daß manchmal auch Zucker in ihren Bieren erlaubt ist.
  4. An sich gibt es keine Garantie für gutes Bier. Beachten Sie, daß Heineken-Pils entsprechend nach ihm gebraut wird, und niemand wird allen Ernstes behaupten, daß es ein gutes oder annehmbare Nachahmung des Stiles von Bier ist, worauf es Anspruch erhebt. Oder probieren Sie das köstliche Binding-Bier. Mmh, Abwaschwasser mit einem Hauch von Margerine. Reizend.
  5. Es werden trozdem chemische Zusätze im deutschen Bier benutzt. Es ist immernoch erlaubt, das Wasser mit allen möglichen Chemikalien zu behandeln, die man mag, bevor es benutzt wird. Außerdem alle Schädlingsbekämpfungsmittel und chemischen Düngemittel beim Anbau der Gerste. Einige deutsche Brauer ärgerten sich an den Leuten, die organisches Bier brauen, weil sie es als Herausforderung ihres Anspruchs zur Reinheit sahen.
  6. Sie begrenzt die Artenvielfalt der möglichen Biere . Praktisch keines der klassischen belgischen Ales sind oder könnten gebraut werden, wenn man sich an die Richtlinien des Reinheitsgebots hielte. “Frambos” (Himbeerbier) und “Kriek” (Kirschbier) wegen des Gebrauchs von Früchten (welche wohl kein preiswerter Ersatz für Malz darstellen), “La Chouffe” und Weizenbiere wegen ihres Gebrauchs von Gewürzen, ohne die keine von diesen möglich wären. Wenn ich die Wahl hätte zwischen Heineken Pils und La Chouffe, wüßte ich, für welches ich mich entscheiden würde.

Angesichts der Anzahl von Brauereien wie sie Deutschland besitzt, gibt esverhältnismäßig wenig Bierarten. Bayern, mit seinen Hunderten Brauereien hat nur eine Handvoll unterschiedlicher Arten. Belgien andererseits mit seiner offenen Beziehung zu den Bestandteilen, hat fast ebenso viele Arten wie Brauereien. Sogar Österreich mit seinen bloß ungefähr 60 Brauereien handhabt mehr unterschiedlicher Arten des Bieres als ganz Deutschland zusammen.

7. Deutsche brauen seit 1516 nach dem Reinheitsgebot . Stimmt, die Bayern. Obwohl, nicht alle. Bayern war im Jahre 1516 ein Stück kleiner als jetzt und schloß noch nicht das Frankenland ein, in dem noch 50% aller Brauereien , die in Bayern aktiv sind, sich befinden. Das Reinheitsgebot wurde erst seit der Jahrhundertwende (von1900) auf ganz Deutschland ausgedehnt. Diese war eine Vorbedingung der Bayern für den Zusammenschluß mit Deutschland. Es wurde heftig von den norddeutschen Brauern als Versuch der Bayern kritisiert, um ihren Handel zu schützen . Es ist der Beginn zur vollständigen Auslöschung bestimmter Bierarten (es hat eine Tradition von gewürzten Bieren gegeben, die vermutlich zurückging auf die Zeit, bevor Hopfen allgemein verwendet wurde), wie es wieder in den neunziger Jahren geschah, als eine Version von Köstritzer Schwarzbier nicht mehr produziert werden konnte.

8. Es dient nicht wirklich zum Schutz für den Verbraucher . Es ist noch zweifellos möglich, ein unreines, furchtbares, hefe- oder bakterieninfiziertes Bier zu produzieren und es zu verkaufen. Ich habe Bier in Deutschland getrunken, was so hefeinfiziert war, daß es die Brauerei nie hätte verlassen sollen. Das Reinheitsgebot hat nichts darüber zu sagen. Wirkliche Verbrauerschutzgesetze würden darauf bestehen, daß es ein Bier auch trinkbar ist.

9. Das aktuelle Reinheitsgebot ist nicht dasselbe wie das von 1516 . Das ursprüngliche Gesetz sagt, daß Bier nur von Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden soll. Beachten Sie, daß damit nicht Gerstenmalz gemeint ist, sondern Gerste. Außerdem wird auch nicht irgendeine andere Form von Malz oder Korn erwähnt, wie z.B. Weizen. Guiness, das heute wegen des Gebrauches von gerösteter Gerste nicht unter das Reinheitsgebot fällt, würde unter den Richtlinien von 1516 wohl darunter zählen.

10. Deutsche Brauer halten sich selber nicht immer an’s Reinheitsgebot. Viele Brauereien benutzen verschiedene Zusätze für Versionen ihrer Biere, die ins Ausland verkauft werden. (obwohl dieses nicht den bayrischen Brauereien erlaubt ist).

11. Viele deutsche Weizenbiere können sich nicht ausschließlich an die Richtlinien des Reinheitsgebots halten. Weizenmalz wird nur als Bestandteil in obergärigen Bieren erlaubt, dennoch werden viele Hefeweizenbiere mit einer untergärigen Hefe abgefüllt. Da diese Hefe die Gärung in der Flasche fortsetzt, ist es die Frage, ob das Endresultat ein reines obergärigen Bier ist.

Einige fehlgeleitete Menschen haben, ohne an die Konsequenzen zu denken, die Einführung des Reinheitsgebotes auf die gesamte EG vorgeschlagen. Welche Katastrophe wäre dies für die Artenvielfalt und Auswahl für den Biertrinker ! Belgische Biere mit Früchten und gewürzte Biere, das finnische “sahti”, sogar das traditionelle ” Guinness”, wären nicht länger erhältlich. Was man wirklich bräuchte wäre ein Gesetz, was die Brauer zwingt, die Inhaltsstoffe auf dem Etikett zu vermelden , wie es schon in den skandinavischen Ländern der Fall ist. Dann würden die Konsumenten sehen, was sie kriegen und können so eine kluge Auswahl treffen. Ich selber will meine Auswahl an Bieren nicht von einem mittelalterlichen Gesetz beeinträchtigt sehen, was bayrische Bauern dvon abhalten sollte, ihr Getreide zu verbrauen, anstatt es in Mehl zu mahlen.

<Ende des Artikels von Ron Pattinson>

FRANCAIS

Par trop souvent encore malheureusement, le mythe de la Reinheitsgebot allemande (en français “décret sur la pureté de la bière”) est célébrée et mise en valeur en Suisse. Il n’est pas rare de voir que de nouvelles microbrasseries (et pas seulement en Suisse alémanique !) arbore fièrement le fait que leurs bières soient produites suivant cette loi, tel un gage de qualité. De plus, récemment, on a pu lire dans un article parut dans la revue “Bier-Zeitung” de l’association “Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt”  (société pour la promotion de la diversité de la bière): “la Reinheitsgebot est valable également en Suisse”. Un paradoxe assez piquant …

Pour cette raison, il est temps de remettre une fois de plus l’église au milieu du village et l’article (certes pas récent mais toujours parfaitement valable) de Ronald Pattinson – écrivain et historien de la bière – s’y prête merveilleusement bien.

<début de l’article de Ron Pattinson – traduction par Laurent Mousson>

Reinheitsgebot – Pourquoi ce n’est qu’un tas de vieilles conneries.

Ron Pattinson

Le Reinheitsgebot, ou loi de pureté, la plus vieille loi de protection du consommateur, et une garantie de qualité de la bière. Un exemple pour le monde entier de comment la bière devrait être brassée, comme les Allemands le font depuis des siècles. Ben non, pas vraiment. Ce ne sont que quelques-uns de mythes que j’aimerais relever. Tout le monde croit savoir ce qu’est le Reinheitsgebot, et pour l’essentiel, pense que c’est bien. Ceci est une tentative de voir de façon objective un sujet qui peut être assez sensible.

Certains auront sans doute été choqués, voire scandalisés par le titre de cette page, donc voici quelques explications préliminaires. La bière allemande en général est brassée selon des normes très élevées, que le monde entier lui envie à juste titre. Malheureusement, beaucoup de gens ne savent pas vraiment pourquoi. Autant que je puisse dire, le Reinheitsgebot n’a aucun rapport ; la bière allemande est bonne parce que les brasseurs allemands sont compétents et font leur bière avec soin et fierté.

Le fait qu’il soit aussi possible de le faire sans les limitations liées à l’emploi exclusif de malt, d’eau, de houblon et de levure a été prouvé par bien des brasseurs, certains en Allemagne même.

J’a toujours trouvé le mépris à l’encontre des bières d’Allemagne de l’Est – à cause des normes de production inférieures- tout à fait injuste, et basé avant tout sur de purs préjugés. Je me souviens bien avoir été en Allemagne de l’Est quand les bières d’Allemagne de l’Ouest sont arrivées sur le marché. Ce qui m’a alors surpris, c’est à quel point ces bières importées étaient plus mauvaises que leurs homologues, supposés inférieurs, de l’Est. Je ne comprenais pas comment qui que ce soit puisse préférer ces bières chères et insipides aux productions locales goûtues. Le temps a montré que ce n’était pas le cas. Avant même la réintroduction du Reinheitsgebot à l’Est, les gens étaient retournés à leurs anciennes amours. Quiconque comparait l’acratopège eau de vaisselle appelée Eschwege Pils avec la formidable Mühlhausener Pilsator savait pourquoi : les bières de la RDA avaient simplement meilleur goût.

Je me rends compte que c’est un point de vue provocateur, parce que beaucoup, y compris bien des gens qui devraient être critiques, ont hypnotisés par l’argument de la bière “pure” et n’arrivent pas à croire qu’une bière faite avec d’autres ingrédients peut très bien être au moins aussi pure, mais aussi avoir aussi bon goût. Une brasserie commerciale de mârde parviendra très bien à brasser de la pisse insipide, avec ou sans la contrainte du Reinheitsgebot. Le problème est que cette concentration sur une liste limitée d’ingrédient comme le point central de la qualité de la bière permet des compromis dans d’autres domaines cruciaux. Pour moi la discussion devrait plus se concentrer sur les facteurs vraiment cruciaux pour le goût de la bière: qualité des ingrédients, durée de la garde, pasteurisation, filtrage, et gazéification.. Je pense qu’il n’a été que trop facile pour bien des brasseries allemandes, et pas rien que les grosses, de cacher l’introduction de techniques douteuses en insistant qu’il brassaient toujours de la bière “pure”. Désolé, mais j’ai bien peur de trouver dur à accepter qu’une bière filtrée, pasteurisée, passée en vitesse par la cave avant d’être expédiée à des clients inconscients ou insouciants, soit une bière “pure”, simplement parce qu’elle ne contient que du malt dans la maîche. Je ne prône pas l’usage de grandes quantités d’additifs (sucre, céréales crues) dans la cuve-matière, mais je sais que, si je ne peux pas détecter si une bière contient 5% d’autre chose que du malt dans la mouture, mais je peux certainement dire si la garde d’une bière n’a pas été assez longue.. Pour moi, c’est la seule chose qui compte : comment est le goût. Du moment que c’est bon et qu’il n’y a pas d’ingrédients dangereux, les brasseurs devraient pouvoir utiliser les ingrédients qu’ils veulent. Il suffit de se tourner vers la Belgique pour voir jusqu’où les limites de la bière peuvent être repoussées. Insister simplement que toutes leurs bières sont bonnes parce qu’elles sont “pures” a été très pratique pour tout brasseur allemand désirant rogner les coûts, tout en maintenant qu’ils fournissent un produit d’excellente qualité.

Soyons honnêtes :il y a des tas de bières infectes brassées en Allemagne. Il y a aussi une grande quantité de bonne bière qui y est produite, mais prétendre que toute bière allemande est bonne est évidemment ridicule. Toutes les bières anglaises ne sont pas bonnes, toutes les bières belges ne sont pas bonnes, et pas même toutes les bières tchèques ne sont pas bonnes. De l’arôme caramélisé de sucre d’orge d’une alt de masse à une pils plate telle une limonade à l’extrait de houblon, en passant par une helles savonneuse et douceâtre, il y a plein de bières médiocres ou franchement déplaisantes. De l’autre côté, les altbiers des brewpubs de Düsseldorf sont parmi les plus beaux exemples de fermentations hautes du monde. Une kellerbier franconienne, non filtrée, est une révélation pour quiconque croyait que les fermentations basses ne peuvent pas rivaliser avec les hautes en matière de subtilité et de complexité d’arôme. Une weizen bavaroise, avec son bouquet d’épices – coriandre, girofle, banane, même – peut dépasser les limitations de ses ingrédients et parvenir à des arômes droit sortis du moulin à épices. Il y a une grande variété et beaucoup de quoi être fier dans le monde brassicole allemand.

Cette explication – excuse faite, voici mes raisons pour lesquelles le Reinheitsgebot n’est qu’un tas de vieilles conneries :

1. Plus personne dans le monde ne brasse selon le Reinheitsgebot de 1516. Tout le monde (sauf les brasseurs de lambic, disqualifiés pour d’autres raisons) utilise de la levure en plus de l’eau, du malt (et c’est exclusivement du malt d’orge). Même en ne l’ajoutant pas délibérément vous trouverez assez difficile de brasser de la bière sans levure.

2. C’est une loi de protection du pain plutôt qu’une loi de protection de la bière. L’idée d’origine en limitant les ingrédient admis pour la bière était d’empêcher les gens d’utiliser les céréales panifiables pour faire de la bière. Spécifiquement, le seigle et le blé. L’orge, difficilement panifiable, mais parfaite pour brasser devait être réservée à la bière. Aucune bière de froment ne peut être brassée selon le Reinheitsgebot de 1516, parce que, , jusqu’au 16e siècle, quand l’aristocratie reçut le privilège de brasser avec du blé (l’équivalent de manger du pain blanc), l’usage de blé était spécifiquement interdit en Bavière. Dans la loi d’origine, seul le malt d’orge est autorisé.

3. Les seuls ingrédients autorisés sont le malt, l’eau, le houblon et la levure… et les sucres pour les fermentation hautes.. Pourquoi c’est autorisée en fermentation haute et interdit en basse reste une énigme pour moi. Vous noterez que les brasseurs allemands ne se vantent pas que les sucres soient parfois autorisés dans leurs bières.

4. Ce n’est en soit pas la garantie d’une bonne bière. Regardons les choses en face, l’Heineken Pils [version allemande NdT.] est brassée selon cette loi, et personne ne pourrait sérieusement l’accuser d’être une bonne, ou même acceptable, imitation du style qu’elle prétend être. Ou essayer cette délicieuse Binding, mmmmh, de l’eau de vaisselle avec une giclée de margarine, adorable.

5. Des additifs chimiques sont toujours utilisés dans la bière allemande. Il est parfaitement possible de traiter l’eau avec tous les additifs chimiques que vous voulez avant de l’utiliser. Plus tous les pesticides et engrais chimiques que vous voulez dans l’orge. Certains brasseurs allemands se sont offusqués de l’idée de brasser des bières biologiques, parce qu’ils les voyaient comme une menace pour leurs propres prétentions de pureté.

6. Il limite les styles de bières possibles. Pratiquement aucune des fermentations hauts belges n’est ou ne peut être brassée si vous suivez les règles du Reinheitsgebot. La Framboise ou la Kriek à cause des fruits (pas vraiment un substitut bon marché au malt), La Chouffe et les blanches à cause des épices, aucune d’entre elles ne serait possible. Si on me donne le choix entre la Chouffe et l’Heineken Pils, je sais laquelle je choisis.
Considérant le nombre de brasseries qu’elle possède, l’Allemagne est le berceau de relativement peu de styles de bière.. La Bavière, avec ses centaines de brasseries, n’a qu’une poignée de styles différents. Au contraire, la Belgique, avec son approche ouverte des ingrédients, a pratiquement autant de styles que de brasseries. Même l’Autriche, avec sa soixantaine de brasseries, arrive à faire plus de styles de bières que toute l’Allemagne.

7. Les Allemands suivent le Reinheitsgebot depuis 1516, enfin les bavarois, et encore, pas tous ! En 1516, la Bavière était bien plus petite que ce qu’elle est actuellement, et n’incluait pas la région cette quantité négligeable de la brasserie qu’est la Franconie, où presque la moitié des brasseries bavaroises actuelles se trouve. Le Reinheitsgebot n’a été étendu à toute l’Allemagne qu’autour de 1900, la Bavière l’ayant réclamé pour accepter vraiment sin intégration à l’Empire. L’opposition des brasseurs du Nord de l’Allemagne fut vigoureuse, car ils le voyaient comme une mesure protectionniste. Son extension à tout le pays vit la disparition de certains styles de bière (il y avait une tradition de bières épicées, remontant probablement à avant l’introduction du houblon), ce qu’on vit à nouveau dans les années 90, quand une version de la Köstritzer Schwarzbier n’a plus pu être produite.

8. Ce n’est pas une protection pour le consommateur. Il est toujours possible de brasser une bière terriblement impure, avec une infection bactérienne ou de la levure, et de la vendre. J’ai bu en Allemagne des bières si durement infectées qu’elles n’auraient jamais dû quitter la brasserie. Le Reinheitsgebot ne dit rien à ce sujet. Une vraie législation de protection du consommateur insisterait que le bière soit buvable.

9. Le Reinheitsgebot actuel n’est pas le même que celui de 1516. La loi d’origine dit que la bière ne doit être faite que d’orge, de houblon et d’eau. Notez que ce n’est pas du malt d’orge, mais bien de l’orge qui est spécifié. Bien sûr, aucune mention d’une autre céréale, comme le blé. La Guinness n’est pas conforme au Reinheitsgebot à cause de l’usage d’orge rôti, mais aurait passé la rampe en 1516.

10. Les brasseurs allemands ne suivent pas toujours le Reinheitsgebot. Bien des brasseries utilisent des additifs pour leurs bières vendues à l’étranger. (Bien que celles situées en Bavière n’en aient pas le droit)

11. Beaucoup de blanches allemandes (Weizenbiere), ne sont pas strictement conformes. Le malt de blé est uniquement permis pour les bières de fermentation haute, mais la plupart des Hefeweizen sont embouteillées avec une levure basse. Comme cette levure va poursuivre la fermentation dans la bouteille, on peut se demander si le produit fini est une pure fermentation haute.

Certaines personnes fourvoyées, sans vraiment penser aux conséquences, avaient proposé l’introduction du Reinheitsgebot dans toute l’Union Européenne. Quel désastre ç’aurait été pour la diversité et le choix offert au buveur de bière. Les Bières belges épicées ou au fruits, le sahti finlandais, même la Guinness ne seraient plus possibles. Ce qui manque vraiment, c’est une législation forçant les brasseurs à indiquer la composition sur l’emballage (comme c’est déjà le cas en Scandinavie. A ce moment-là, les consommateurs sauront ce qu’ils boivent et pourraient choisir. Personnellement, je ne veut pas que le choix de bières qui m’est offert soit limité par une législation médiévale pour empêcher les paysans de brasser avec des céréales panifiables.

<fin de l’article de Ron Pattinson>

ENGLISH

Too frequently, the myth of the German Reinheitsgebot is still referenced and celebrated in Switzerland. It is not uncommon to see new microbreweries indicating proudly that their beers are produced according to this law guaranteeing by this fact the high quality of their products. Recently in an article published  by the “Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt” (association for the promotion of the diversity of beer) it was written that “the Reinheitsgebot also applies in Switzerland”. A quite funny paradox …

For these reasons I think it is time – again – to put the facts straight and for this, the article of Ronald Pattinson – bier writer and historian – is perfectly adequate:

The German Reinheitsgebot – why it’s a load of old bollocks

cheers !

 

Comments
  1. Marc says:

    Wenn du ein Hefefreies Bier gefunden hast, lass es mich bitte wissen. Du schreibst mehrmals von “Hefe- / Bakterieninfiziertem Bier”. Wie sonst soll denn aus der Stärke Alkohol werden wenn nicht durch das, was die Hefebakterien tun?

    In Punkt 3 schreibst du, “Die einzig erlaubten Bestandteile sind Malz, Wasser, Hopfen und Hefe”. Das stimmt so nicht, weil Hefe weder 1516 noch in den Aufzeichnungen vorher erwähnt wurden. Trotzdem war Hefe natürlich bekannt, jeder Becker wusste darum. Nur war vermutlich nicht klar, dass sie es ist, die Stärke zu Alkohol umwandelt.

    Ich bin auch kein Profi, aber zumindest korrekt recherchiert sollten Informationen schon sein.

  2. Bov says:

    Marc,
    Zuerst: dieser Artikel ist nicht von mir, sondern von Bier Historiker und Schriftsteller Ronald Pattinson. Das habe ich zwar fett hervorgehoben, ist scheinbar aber nicht genug. Trotzdem bin ich natürlich bereit, deine Punkte zu diskutieren.

    Im Punkt 1 schreibt Pattinson deutlich, dass Hefe für die Bierherstellung notwendig ist. Wenn er von “hefe- oder bakterieninfiziertes Bier” schreibt, will er zeigen, dass die Achtung vom Reinheitsgebot keine Garantie für die Qualität ist.

    Nachdem er die Notwendigkeit von Hefe im Punkt 1 klargestellt hat (und damit den Betrug von sämtlichen Referenzen an das ursprüngliche Reinheitsgebot von 1516 betont hat), spricht er danach selbsverständlich vom aktuell gültigen Reinheitsgebot (1952, dann 1993).

  3. […] reagieren, sondern eher einen Artikel vom Bier Historiker Ronald Pattinson über das Reinheitsgebot auf meinem Blog zu publizieren. In diesem Artikel wird vor allem der Mythos einer angeblichen höherwertigen Qualität der […]

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