Schweizer Biermarkt 2014

Posted: November 19, 2014 in Swiss beer scene
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Es ist soweit: die Zahlen des Schweizer Biermarkts wurden gerade veröffentlicht (das Pressecommuniqué ist hier nachzulesen).

Ohne Überraschung ging die Mehrheit der Zunahme vom gesamten Biermarkt (63’200 Hektoliter) zugunsten der Bierimporte (51’536). Diese bauen also ihren Markanteil weiter auf 26.8% auf. Obwohl das Wachstum im Vergleich auf das vom letzten Jahr mässig auffällt, kann ich die Meinung von Marcel Kreber – Direktor Schweizer Brauerei-Verband – keinesfalls teilen, wenn er diesbezüglich sagt “Es scheint, dass eine Abflachung der Entwicklung eingesetzt hat.” Die folgende Grafik, die die Entwicklung der Bierimporte und des Inlandausstosses darstellt, zeigt dass die Sorgen des Brauerei-Verbands betreffend Zunahme der Importe bei weitem nicht vorbei ist:

graph-prod-import

Jedoch sieht es so aus, als ob ausnahmsweise das sympatische Duopol Carlsberg/Heineken wenig Verlust (ich rede natürlich über Hektoliter) hinnehmen mussten. Unter den Brauereien, die in 2014 weniger produzieren als das Jahr zuvor, können noch Schützengarten und Rugenbräu mit je 2’000 hl Verlust erwähnt werden. Bei den “Siegern” findet man sehr viele Brauereien wie zum Beispiel Felsenau (+10%), Doppelleu (mit +200% auf 15’000 hl), Burgdorfer (+12%) und Aare Bier (+11%).

Der Schweizer Biermark 2014 sieht also folgendermassen aus:

biermarkt2014

Für 2015 sind die folgenden Entwicklungen erwartet:

  • Ramseier, die zurzeit grösste unabhängige Brauerei der Schweiz, hat 4 Millionen in einer neuen Dosenabfüllanlage investiert (seit Juni 2014 im Betrieb). Ziel damit ist unter anderen, die in Deutschland gebrauten Landi Farmer Dosenbieren im Hochdorf produzieren zu können. Falls alles klappt und mit einer Kapazität von 28’000 Dosen pro Stunde, steht ein schönes Wachstum in Sicht.
  • Ebenfalls tut sich bei der Brauerei Locher was: sie wird – vermutlich noch in 2014 – mehrere neue Lagertanks an einem neuen Standort am Nordeingang von Appenzell in Betrieb nehmen. Die Kapazitätsgrenze von 160’000 Hektoliter am alten Standort gehört also bald der Vergangenheit an und man rechnet bald mit einer Produktion von über 250’000 Hektoliter. Der Kampf um den Titel der grössten unabhängigen Brauerei der Schweiz wird also spannend …
  • Als wichtiger Akteur der Schweizer Bierszene profiliert sich Doppelleu nach erst 3 Jahren (!) immer mehr. Sie baut ihre Brauerei für 5 Millionen Franken aus und soll ab nächstem Jahr bis zu 35’000 Hektoliter produzieren.

 

cheers!

 

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