Schweizer Biermarkt 2015

Posted: November 17, 2015 in Swiss beer scene
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Pünktlich wie die Eisenbahn – oder fast – wurden die Zahlen des Schweizer Biermarkts gerade veröffentlicht.

Zuerst ein Wort über das Pressecommuniqué (hier nachzulesen).

Obwohl sich der Schweizer Brauerei-Verband grundsätzlich über das stabile Braujahr (minimales Wachstum des Gesamtbiermarkts um 0,1 Prozent) offiziell zufrieden stellt, kann man unschwer seine Enttäuschung beim lesen vom Kapitel über die heissen Sommermonaten ahnen. Während man oft als Entschuldigung für ein schlechtes Braujahr lesen darf, dass die Hitze als Motivationsfaktor zum Bier trinken essenziell ist, erfahrt man jetzt, dass es nicht zu heiss sein darf ! Vielleicht sollte man alle 08/15 Lager-Trinker in einem klimatisierten Raum von 27 Grad ganzjährig stellen ?

Dann, wie gewöhnlich, nutzt der Verband diese Gelegenheit aus, um die Vielfalt seiner Produkten vorzubringen. Stellt euch vor: “250 verschiedene Qualitätsbiere” ! Wirklich ? Besonders witzig ist der Satz “Es ist eine schöne aber auch herausfordernde Aufgabe für unsere Braumeister und ihre Brauer, immer wieder neue Bierkreationen zu entwickeln oder alte Rezepte wiederzuentdecken.” Ich behaupte, dass die Herausforderungen bei neuen SBV-Bieren eher beim Finanzbuchhalter sowie beim Marketingverantwortlichen liegen😉

Spass und Marketing bei Seite, was kann man über diese Zahlen sagen.

Zum ersten Mal seit 15 Jahren sind die Bierimporte zurückgegangen und zwar von 54’538 Hektoliter. Der Marktanteil der importierten Biere liegt jetzt bei 25.6% (2014 war es 26.8%).
Der Inlandausstoss konnte diesen Verlust mehr als kompensieren mit einem Plus von 60’621 Hektoliter.

Die folgende Grafik stellt die Entwicklung der Bierimporte und des Inlandausstosses dar:

import-produktion

Letztes Jahr ist also etwas seltenes passiert. Was denn ?

Obwohl eine endgültige Erklärung dafür nicht vorliegt, möchte ich euch erinnern, was ich vor einem Jahr geschrieben habe:

Ramseier, die zurzeit grösste unabhängige Brauerei der Schweiz, hat 4 Millionen in einer neuen Dosenabfüllanlage investiert (seit Juni 2014 im Betrieb). Ziel damit ist unter anderen, die in Deutschland gebrauten Landi Farmer Dosenbieren im Hochdorf produzieren zu können. Falls alles klappt und mit einer Kapazität von 28’000 Dosen pro Stunde, steht ein schönes Wachstum in Sicht.

Ich kann mich also gut vorstellen, dass der Rückgang der Bierimporte praktisch eins-zu-eins zugunsten von Ramseier gegangen ist.
Die 2. Feststellung ist, dass das Duopol Carlsberg/Heineken stabil geblieben ist. Eine weitere Ausnahmesituation.

Der Schweizer Biermarkt 2015 sieht also folgendermassen aus:

biermarkt2015-typ

 

cheers !

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