crimes_1Die Rebellen waren nach ihrem letzten Angriff (siehe “Gesetz, “richtiges Bier” und Quatsch”) selbstbewusst: die falsche Information betreffend einer Invasion des bayerischen Reinheitsgebots in der Schweiz wurde definitiv gestoppt und die Bier-Freaks in unserem Land konnten wieder aufatmen.

Oder ?

Schön wär’s ! Der unermüdliche Hr. 1516 (sorry, aber da er seine Artikel weiterhin nicht unterschreibt …) hat vermutlich gedacht, dass er mit seinen Fehlern und Widersprüchen noch nicht zu weit gegangen war und nutzte seine Plattform (Oktober-Ausgabe von “BIER”) um mich platt zu machen. Hier sein Artikel:

Aufregung.
In der August-Nummer unseres Fachorgans BIER schrieben wir, dass in der Schweiz das Reinheitsgebot gelte, und somit von Gesetzes wegen nur Bier ist, das keine «fremden» Stoffe wie zum Beispiel Banane, Zimt oder Mango enthält. Das ist einem der besten Bierkenner, nämlich Philippe Corbat, sehr sauer aufgestossen. In seinem Blog holte er unter dem Titel «Richtiges Bier, Gesetz und Quatsch» zu einem  donnernden Rundumschlag gegen unseren Text aus (http://bov-beers.wordpress.com/). Über eine gewisse Strecke liest sich der Blog noch recht amüsant. Allerdings hat Corbat unseren Text nicht genau gelesen. Wir haben nämlich nie gesagt, dass Bier, welches nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut wurde, schlecht sei. Wir haben nur gesagt, dass in der Schweiz das Reinheitsgebot gilt. Und dieses ist eben gesetzlich festgeschrieben. Und zwar steht das in der «Verordnung über alkoholische Getränke». Dort heisst es im «6. Kapitel: Bier» in Artikel 41 unter dem Randtitel «Definition»:
1 Bier ist ein alkoholisches und kohlensäurehaltiges Getränk, das aus mit Hefe vergorener Würze gewonnen wird, der Doldenhopfen oder Hopfenprodukte zugegeben werden.
2 Die Würze ist aus stärke- oder zucker-haltigen Rohstoffen und aus Trinkwasser hergestellt.
3 Hopfenprodukte sind Hopfenpulver, angereichertes Hopfenpulver, Hopfenextrakt, Hopfenextraktpulver und isomerisierter Hopfenextrakt.
Mit dieser Definition sagt der Gesetzgeber klipp und klar, dass Bier in der Schweiz Alkohol, Kohlensäure, Wasser, Hefe, Hopfen und Malz (Würze) zwingend enthalten muss – nicht mehr und nicht weniger. Unter dieser gültigen Definition ist folglich ein «Bier», das einen zusätzlichen Bestandteil wie Banane enthält, kein Bier. Und ein «Bier» das keinen Alkohol enthält, ist eben auch kein Bier. So steht das nun halt einmal im Gesetz, Herr Corbat. Und damit ist kein einziges Wort gegen all jene neuen Klein- und Kleinstbrauereien gesagt, die ihr Gebräu aromatisieren – so lange es dem Biertrinker gefällt.”

Ehrlich gesagt weiss ich heute noch nicht, ob ich über eine solche Sache weinen oder lachen muss … Dies kommt mir wie eine Diskussion mit einem religiösen Fundamentalist vor und obwohl man Fundamentalisten nicht zur Vernunft bringen kann, fühle ich mich (leider) irgendwie verpflichtet, nochmals zu reagieren.

Zuerst möchte ich Hr. 1516 beruhigen: doch, ich habe seinen Text genau gelesen. Die Publikation des Artikels von Ron Pattinson, die zum Ziel hatte, die Irrelevanz des Reinheitsgebots bei der Qualität eines Bieres zu zeigen, war keine direkte Antwort an Sie, Hr. 1516. Obwohl, Sie haben zwar nicht geschrieben, dass Biere die nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut werden schlecht sind, jedoch – seien wir zusammen ehrlich – diese als “keine richtige Biere” zu bezeichnen, klar als viel schlimmere Abwertung gilt.

crimes_2Die unvollständige Zitierung der Verordnung über alkoholische Getränke – Weglassung vom Artikel 42 wo andere Cerealien explizit erlaubt werden, was einem Teil seines August-Artikels entgegensteht – lässt fast die Aufrichtigkeit von Hr. 1516 anzweifeln.

Die Tatsache, dass der Artikel erneut nicht unterzeichnet ist könnte bedeuten, dass der Vorstand der Gesellschaft zur Förderung für Biervielfalt mit dem Autor einig ist. Oder eben dass über die publizierten Artikel nicht diskutiert wird … Dies ist zum Glück nicht mein Problem.

Bleibt aber der Kern des Themas und die rekurrente Behauptung von Hr. 1516: gemäss Gesetz in der Schweiz darf Bier nur aus Alkohol, Kohlensäure, Wasser, Hefe, Hopfen und Malz bestehen. Sein Phantasma will er mit der oben erwähnten Verordnung begründen. Ich auch … will aber kein “nur” sehen wo keines steht.

Da es mir klar wurde, dass meine Wenigkeit wohl nie Hr. 1516 überzeugen wird, habe ich mich entschlossen, die Frage direkt der Sektion Tabak- und Bierbesteuerung der Eidgenössischen Zollverwaltung zu stellen. Die Antwort vom Fachspezialist ist äusserst vollständig und schliesst diese peinliche Diskussion definitiv ab (wobei … wenn man gegen Realitätsverweigerung kämpft ist man nie sicher …). Hier ist sie:

ezv“Sehr geehrter Herr Corbat
Besten Dank für Ihre Anfrage. Es ist so, wie Sie es beschreiben. Das deutsche Reinheitsgebot gilt in der Schweiz nicht.
 
Man kann die Angelegenheit von mehreren Seiten betrachten. Von einer lebensmittelrechtlichen, von einer Zolltarifarischen und von der Biersteuerseite.
 
1.)   Das Biersteuergesetz (BStG) definiert in Art. 3 was als Bier gilt.
-       Das Bier aus Malz (Zolltarifnummer 2203)
-       Mischungen von Bier aus Malz mit nichtalkoholischen Getränken oder mit ausschliesslich durch Vergärung gewonnenen alkoholischen Produkten (Zolltarifnummer 2206)
-       Das alkoholfreie Bier (Zolltarifnummer 2202)
 
2.)   Wenn wir nun den Zolltarif TARES (Gebrauchstarif) betrachten, lesen wir in der original französischen Sprachversion unter der Tarifnummer 2203 folgendes:
[Die deutsche Version ist hier zu lesen (bis nach 2203 scrollen): http://www.ezv.admin.ch/pdf_linker.php?doc=Tares_d6_22&lang=de "Bov"]
 
Bières de malt
La bière est une boisson alcoolique qui s’obtient par la fermentation du moût préparé avec du malt d’orge ou de froment, qu’on a fait bouillir en présence d’eau avec généralement du houblon. Certaines quantités de céréales non maltées (maïs et riz, par exemple) peuvent éventuellement être utilisées pour la préparation du moût. L’addition de houblon a pour effet de développer des principes amers et aromatiques et de permettre une meilleure conservation du produit. Elle est parfois aromatisée en cours de fermentation à l’aide de cerises ou d’autres produits.
On ajoute parfois à la bière des sucres, des colorants, du dioxyde de carbone ou encore d’autres substances.
Selon les procédés de fermentation employés, on peut avoir: les bières de fermentation basse, obtenues à basse température avec des levures dites basses et des bières de fermentation haute obtenues à une température plus élevée avec des levures dites hautes.
Les bières peuvent être claires ou foncées, douces ou amères, légères ou fortes; elles se présentent ordinairement en fûts, en bouteilles ou en boîtes hermétiquement closes et peuvent aussi être commercialisées sous les appellations de ale, stout, etc.
Cette position comprend également les bières concentrées qui sont préparées en concentrant dans le vide, jusqu’à 1/5 ou 1/6 de leur volume, des bières, en général peu alcooliques, mais très riches en extrait de malt.
N’entrent pas dans cette position:
a)    Certaines boissons qui, bien que parfois appelées bières, ne contiennent pas d’alcool (par exemple, celles obtenues avec de l’eau et des sucres caramélisés) (no 2202).
b)    Les boissons appelées “bières sans alcool”, qui sont des bières de malt dont le titre alcoométrique volumique a été ramené à 0,5 % vol ou moins (no 2202).
c)    Les médicaments des nos 3003 ou 3004.
Notes explicatives suisses
Cette position comprend, outre les bières de malt d’orge ou de malt de froment mentionnées dans les Notes explicatives du SH, les bières produites à partir d’autres céréales maltées, telles que les bières à base de malt de mil.

 

Die deutsche Sprachversion wird demnächst angepasst, da diese in Bezug auf die Hopfenzugabe nicht exakt dem Originaltext gemäss dem Tarif nach dem harmonisierten System entspricht.
 
Wir besteuern ein Bier als Bier auch wenn es aus weiteren Zugaben ausser Wasser, Malz, Hefe und Hopfen besteht. Es würde auch als ein Bier eingereiht und besteuert, wenn keine Hopfenzugabe erfolgt worden wäre, dafür ein anderes Kraut (Himbeerblätter, Fichten-/Tannsprossen, Enzian, Wermuth, evtl. Bilsenkraut…) um ihm die gewisse Würze zu verleihen, damit es genussfertig ist. Nach unserem Wissen wird in der Schweiz bis jetzt jedoch kein Bier gebraut, dem gar kein Hopfen zugegeben wurde. Es wurde bis jetzt auch noch keine offizielle Tarifeinreihung angefragt. Die zolltarifarische Einreihung und die Besteuerung (Biersteuer) ist in diesem Bereich allerdings per Definition nicht deckungsgleich mit dem Lebensmittelrecht (mit/ohne Hopfen).
 
Zudem wäre hier ein Bier aus Spontangärung ohne Hefezugabe ebenfalls ein Bier. Wenn ich mich nicht täusche kam die zwingende Hefezugabe im deutschen Reinheitsgebot erst später dazu, nachdem die Wirkung der Hefe nachgewiesen war.
 
Es würde sich die Frage stellen, wann ist ein Bier ein Bier und wann ein Biermischgetränk. Beides wird jedoch gleichermassen besteuert.
 
Man könnte die Unterscheidung wie folgt definieren:
 
Als Biermischgetränke der TN 2206 gelten insbesondere Biere, denen nach der Gärung Fruchtsäfte, Fruchtsaftkonzentrate, Limonaden oder andere vergorene Getränke beigemischt wurden.
Bei Bieren mit Aromastoffen (z.B. Rumaroma, Zitronenessenz, Ingwerauszüge usw.) ist der Zeitpunkt der Zugabe dieser Stoffe unerheblich. Sie bleiben als Bier in der TN 2203 eingereiht (aromatisierte Biere).
Ebenfalls in der TN 2203 eingereiht bleiben Biere, denen während des Gärprozesses anstelle des Hopfens Hanf beigegeben oder vor der Fertiggärung ein Hanf-Aromastoff beigemischt wurde.
Bier mit einer Zugabe von Früchten vor oder während der Gärung (z.B. Kirschen) bleibt ebenfalls in der TN 2203 eingereiht.
 
Nach unserer Ansicht schliesst das Lebensmittelrecht eine Zugabe weiterer Stoffe im Bier nicht aus, solange die Inhaltsstoffe nicht eine unerwünschte, eine täuschende oder den Konsumenten gefährdende Wirkung erzeugen. Diesbezüglich ist das Lebensmittelgesetz (LMG; SR 817.0), die Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV; SR 817.02) und auch die Verordnung des EDI über alkoholische Getränke (SR 817.022.110) und die Verordnung des EDI über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln (LKV; SR 817.022.21) zu beachten. Zuständig ist in diesem Bereich das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Auskünfte erteilt auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG), Direktionsbereich Verbraucherschutz.
 
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben.”

 

cheers !

beer-whitealeTout a commencé par la volonté de prioriser les bières suisses parmi la meute (trop) nombreuse de candidats en attente dans ma cave. Ce n’est que quatre jours avant la fin du mois – date correspondant à l’excellent 5ème Craft Bier Festival de Rapperswil – que j’ai pris conscience de la possibilité de réaliser quelque chose d’unique pour moi (et peut-être d’unique tout court): déguster 100 nouvelles bières suisses durant le même mois ! Si tenir une moyenne de 3,23 bières par jour n’est en soit pas négligeable, la véritable difficulté de cet “exploit” réside beaucoup plus dans le fait d’y arriver lorsque l’on a déjà plus de 2300 bières helvétiques au compteur. Mais finalement, au-delà des chiffres et autres statistiques que bien évidemment j’adore, l’essentiel reste l’incroyable richesse actuelle de la bière dans notre pays.

Il va de soi qu’il n’est resté que des miettes pour les 13 autres pays lors du mois écoulé et l’Espagne – arrivée 2ème en nombre – fait bien pâle figure avec ses 4 représentants face à l’armada helvétique forte d’exactement 100 membres. Mais il y a tout de même certaines choses à relever. Tout d’abord la présence fort rare du Japon avec deux très bonnes bières de la brasserie Kiuchi: Hitachino Nest White Ale et Hitachino Nest Commemorative Ale 2014.  Puis une toute nouvelle – et bonne – bière trappiste (disponible depuis la fin de l’année 2013), la Zundert de la brasserie néerlandaise De Kievit ainsi que la meilleure non-suisse, la Manzanita, une collaboration entre les Allemands de Freigeist et les Californiens de Fort Point. Et pour terminer il faut noter qu’avec seulement 23 représentantes, les bières étrangères ont réussi à truster le podium des cancres avec les portugaises Amphora Gladiator, Amphora Bracara et – la pire de toute – l’espagnole Xativa Er Boquerón. Un résultat somme toute très réjouissant pour les bières suisses !

brisenbraeuVenons-y donc à ces fameuses 100 bières suisses ! Bon pas toutes, il ne faut pas exagérer … Un coup d’oeil tout d’abord sur les 8 nouvelles brasseries découvertes ce mois. Trois d’entre-elles sortent clairement du lot et je vous les conseille fortement. Il s’agit de Birreria Pacific (Brusio dans les Grisons) avec notamment la Zamin et l’I.P.A.. Puis des Bernois de Aarmühle (Liebefeld) avec surtout leur Lemongrass India Pale Ale et de leurs voisins de Bäupbärger Bier (Belpberg en dialecte dans le texte…) et leur superbe Citra (à nouveau une IPA, un style totalement incontournable actuellement dans notre pays). Une mention positive également pour CVL Brewers (Chen Van Loon) avec des bières telle l’Amber Ale au profil complexe et assez original, terreux et épicé; puis les Nidwaldiens de Brisenbräu (nota bene la seule brasserie du canton) et leur très bonne Stout. On descend d’un cran avec KrügelBIER (Lucerne), une brasserie capable du meilleur (ObLaBi) et du moins bon (DuWeiBi) avec entre les deux une large palette de bières. Assez semblable bien que moins polarisé du côté de chez Culina-Bräu (Höri, canton de Zurich) où je retiendrai avant tout la bonne Holunderblühten-Bier. Finalement, la nouvelle brasserie la moins convaincante IMG_3124[1]aura été Drachenbräu (Oberrieden, Zurich) dont ni la Pils ni la Drachenbock ne seront parvenues à m’enthousiasmer – contrairement à d’autres personnes – lors du dernier Craft Bier Festival de Rapperswil.

Voici maintenant une vue d’ensemble des bières des autres brasseries. Pour la liste exhaustive, reportez-vous à la liste de mes 500 dernières bières dégustées. Mais si vous comptez le faire 6 mois après la publication de cet article, tant pis pour vous … Prêt ? C’est parti !

Si cette longue énumération ne vous a pas donné soif, j’espère que l’évocation du podium y parviendra ! Comme cela arrive parfois et tels les 3 mousquetaires, les 3 meilleures bières du mois sont au nombre de 4. Et elles sont toutes produites par des brasseries déjà évoquées ci-dessus. Les deux bières en troisième position sont l’American Ninja de 523 – burgbrauiune solide Black IPA titrant à 8.37% et arborant fièrement ses 90 IBU – ainsi que la Zinal Imperial Red Fruits, une Imperial Stout à 11.5% où notamment les malts rôtis se combinent aux fruits rouges de manière absolument divine.

Quant aux deux premiers – oui, il y en a deux et ce n’est pas parce que je ne voulais pas faire de jaloux, mais que voulez-vous: quand les points sont exactement les mêmes … – il s’agit tout d’abord à nouveau d’une bière de la brasserie de Zinal des 5 Quatre Mille, l’Imperial Milk Stout Crème Brûlée où le côté lactique et la douceur se marient admirablement avec des notes de café, de vanille et de noix. Et pour l’accompagner  nous retrouvons un autre surdoué du brassage avec la Burg Braui Rosmarinus, une bière d’un charme et d’une précision géniale dans laquelle le romarin et des notes fruitées jouent une partition quasi-parfaite. Chapeau !

cheers !

unserbieristreinDer erste Schuss war diskret.

In der Februar-Ausgabe der Zeitung „Bier“ (Publikationsorgan der Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt) konnte man lesen: „In der Schweiz gilt das Reinheitsgebot ebenfalls.“ Peng ! Kurz und prägnant. Und natürlich falsch. So falsch und lächerlich, dass ich mich entschloss, nicht direkt auf diese Aussage zu reagieren, sondern eher einen Artikel vom Bier Historiker Ronald Pattinson über das Reinheitsgebot auf meinem Blog zu publizieren. In diesem Artikel wird vor allem der Mythos einer angeblichen höherwertigen Qualität der „Reinheitsgebot-Bieren“ auseinander genommen. Ein wichtiger Punkt, da diese merkwürdige Idee noch in zu vielen Köpfen – auch in der Schweiz – gesteckt ist. Dass das Reinheitsgebot in der Welt und auch in der Schweiz gesetzlich für die Definition von Bier irrelevant ist, soll doch jeder wissen.

Schön wär’s ! Die 2. Salve wurde gerade in der August-Ausgabe abgefeuert. Schauen wir doch diesen Artikel zusammen an.

Zurzeit mehren sich in den Gazetten und Blogs die spitzen Bemerkungen gegen das Reinheitsgebot. Das Reinheitsgebot sei zum Einheitsgebot verkommen. Der Bierkonsument verlange nach Abwechslung, nach Geschmackserlebnissen, nach Überraschungen und Verfremdungen, wird keck behauptet.

In dieser Einleitung gibt der unbekannte Autor (der Text ist nicht unterschrieben) – weiter hier als Hr. 1516 genannt – den Ton an. Man spürt seine Meinung: das Reinheitsgebot hat nicht zu einheitlichen Biere geführt. Doch, indirekt schon. Obwohl – wie er dies richtigerweise später schreibt – mit nur Wasser, Hopfen, Malz und Hefe sehr viele verschiedene Biere sich brauen lassen, ist es in Deutschland nicht der Fall. Das langjährige Beharren an eine Gleichung „Reinheitsgebot=gutes Bier“ hat viele deutsche Brauer erlaubt, die forgetrgProduktionskosten zu drücken und billige Einheitsprodukte als „hochwertig“ zu vermarkten. Die angebliche Überlegenheit, die durch das Reinheitsgebot verliehen wurde, führte Deutschland zu einer Abkapselung sowie eine Abwertung der anderen Braukulturen. Aus diesen Gründen hat Deutschland sehr lange die Revolution der Bier Welt ignoriert (wieso nicht, sie waren ja in ihren Augen die Besten) und steht heute Meilen weg von vielen Ländern wie zum Beispiel die USA, Dänemark oder Italien um nur wenige zu nennen. Es mag aber so viel Biervielfalt mit Einhaltung des Reinheitsgebots möglich sein, eine Tatsache bleibt evident: mit zusätzlichen Bestandteilen erreicht man noch vieles mehr.

Dann scheint Hr. 1516 das steigende Interesse der Bierkonsumenten an Geschmackserlebnisse anzuzweifeln. Tja, ich kann ihm nur empfehlen, Bierbars und Bierfestivals zu besuchen. Und vielleicht auf das Oktoberfest zu verzichten …

Es geht natürlich weiter:

Zur Erinnerung: Das Reinheitsgebot gilt in Bayern und besagt, dass nur Wasser, Hopfen, Malz und Hefe ins Bier dürfen.“

Ohhhh ! Sechs Monate nach dem ersten Artikel musste das Reinheitsgebot den Rückzug aus der Schweiz antreten. So schnell kann dies gehen. Aber, lieber Hr. 1516, in diesem Fall heisst es nicht „Zur Erinnerung:“ sondern „Korrektur:“. Es sei denn, der erste Artikel war nicht von Hr. 1516 und in diesem Fall ist noch eine Richtigstellung vom Redaktor überfällig ;-)

Das Beste kommt aber zum Schluss:

In der Schweiz sagt das Gesetz, dass nur Bier ist, das folgende sechs Bestandteile aufweisen muss, beziehungsweise aus ihnen hergestellt wurde: Trinkwasser, Hopfen, Malz, Hefe, Kohlensäure und Alkohol. Fehlt einer dieser Bestandteile (z.B. Alkohol) oder ist ein siebenter Bestandteil drin (z.B. Banane) ist das nach Gesetz kein Bier. Es kann aber als «Getränk mit Bier» verkauft werden. Mit den sechs Bestandteilen, Wasser, Hopfen, Malz, Hefe, Kohlensäure und Alkohol lassen sich tausende von verschiedenen Bieren herstellen. Zugegeben: der Brauer ist gefordert, wenn er mit diesen sechs Bestandteilen sein Bier im Brauprozess steuert. Aber Brauen ist eben eine Kunst und die will gelernt sein. Damit sei kein Wort gegen die verschiedenen Biere gesagt, die mit Rohfrucht (Weizen, Roggen, Hirse, Mais, Reis usw.) angereichert werden. Oder mit Fruchtaromen wie Banane, Kirsche oder Mango. Oder mit Gewürzen. Das sind meistens ganz tolle Biergetränke. Aber kein «richtiges» Bier.

Wie bitte ?!? Wie ist diese Aussage von Hr. 1516 zustande gekommen ? Sie soll zwar viele Brauereien in der Schweiz interessieren – es sind ja nicht wenig, die Weizen, Mais, Früchte oder Gewürze, unter anderen, benutzen und sie könnten damit etliche Biersteuern ersparen, falls ihre Biere eben keine Biere sind ! – sie stimmt aber wohl nicht. Die Verordnung des EDI (Eidgenössische Departement des Innern) über alkoholische Getränke – hier anzusehen – definiert unter „Kapitel 6: Bier“ :

Art. 41 Definitionen

1 Bier ist ein alkoholisches und kohlensäurehaltiges Getränk, das aus mit Hefe vergorener Würze gewonnen wird, der Doldenhopfen oder Hopfenprodukte zugegeben werden.

2 Die Würze ist aus stärke- oder zuckerhaltigen Rohstoffen und aus Trinkwasser hergestellt.

3 Hopfenprodukte sind Hopfenpulver, angereichertes Hopfenpulver, Hopfenextrakt, Hopfenextraktpulver und isomerisierter Hopfenextrakt.“

Ähm … Wo steht doch dieser beweiskräftige Satz, der nicht mehr Bestandteile erlauben soll ? Moment, hier kommen noch die Anforderungen:

Art. 42 Anforderungen

1 Bier muss in der Regel klar sein. Bestimmte Biertypen (z. B. unfiltriertes Bier, Hefeweizenbier) dürfen Trübungen oder Ablagerungen aufweisen, die infolge eines speziellen Herstellungsverfahrens entstanden sind.

2 Die Würze wird aus Gersten- oder Weizenmalz hergestellt. Für sie können überdies folgende stärke- oder zuckerhaltigen Rohstoffe verwendet werden:

a Cerealien wie Mais, Reis;

b.Zucker, Invertzucker, Dextrose, Glucosesirup bis höchstens 10 Massenprozent;

c Stärke bis höchstens 20 Massenprozent.

3 Für die Zubereitung der Würze dürfen Röstmalz und Röstmalzextrakte verwendet werden.

4 Der pH-Wert des Bieres darf bei der Abgabe an Konsumentinnen und Konsumenten 5,0 nicht übersteigen.

5 Der Gehalt an Kohlendioxid muss mindestens 0,3 Massenprozent betragen.

6 Bier muss aus einer Stammwürze von mindestens 10 Massenprozent hervorgegangen sein; vorbehalten bleibt Artikel 43 Absätze 3 und 4.“

mikkellerbar

Biervielfalt. Mit “richtigem Bier” ?

Caramba ! Nichts über einen zusätzlichen Bestandteil, der das Bier in „Getränk mit Bier“ verändern soll. Viel schlimmer: es werden sogar Mais, Reis, Zucker, usw. explizit erwähnt !

Es tut mir sehr leid für Sie, Hr. 1516, aber in der Schweiz gelten Biere mit Früchten, Gewürzen, Weizen, Zucker und vieles mehr noch als „richtige Biere“. Mich stört es eigentlich nicht, dass Sie dies nicht wahrnehmen können oder wollen. Mich stört es aber sehr, dass Ihre falsche Behauptungen in einer Bierzeitung publiziert wird. Und dass in der Zeitung einer Gesellschaft – die notabene als Ziel „die Förderung der Biervielfalt zu unterstützen“ hat – eine wiederholte, aktive und lügnerische Abwertung von vielen Biersorten getan/erlaubt wird, finde ich nicht nur pikant und peinlich, sondern vor allem inakzeptabel.

cheers !

Mosi Lager aus Sambia

Mosi Lager aus Sambia

Ferien und Pensionierung haben etwas gemeinsam: wenn man sie hat, hat man echt dann keine Zeit mehr zur Verfügung … Nein, pensioniert bin ich bei Weitem nicht, geniesse aber gerade die letzte von meinen 5 Wochen Ferien. Gut, das war meine miese Entschuldigung, um meinen letzten monatlichen Artikel weggelassen zu haben. Dafür habt ihr jetzt aber 2 Monaten zusammen fur den gleichen Preis.

Ich war während Juni und Juli – mit 78 respektiv 63 neuen Bieren – anständig aktiv. Die Schweiz war erneut mit 35 Bieren die am meisten repräsentierte Nation, gefolgt durch Schottland (15, BrewDog lässt grüssen) und Belgien (13).  Aus Ländern, die selten zu begegnen sind, war vor allem Portugal interessant. Biere wie Sant’Ana LX Rye oder Mean Sardine Amura zeigen, dass ebenfalls dort eine positive Bewegung stattfindet. Der Höhepunkt im geographischen Thema war aber ganz klar ein neues Land mit Sambia und das Mosi Lager. Ein grausiges Bier nebenbei gesagt …

Neue Schweizer Brauereien konnte ich 3 entdecken. Von den Jurassiern von Blanche Pierre konnte ich nur eine Sorte – Cuivrée, ein leicht

Schmitte Bier Wagerad von Brauwerkstatt Jegenstorf

Schmitte Bier Wagerad von Brauwerkstatt Jegenstorf

überdurchschnittliches Bier  – verkosten. Unüblicherweise brauen sie vor allem für ein Restaurant und füllen wenig in Flaschen ab. Die Thurgauer von Riethof haben noch zu tun: während das Dunkel noch ok war, kann das Hell kaum getrunken werden. Noch extremer polarisiert wurde es bei den Wallisern von la Mule: einerseits ein sehr gutes 1798 und andererseits ein unkontrolliertes und schlechtes Ò Rünò.

Hier eine kleine Übersicht von den anderen Schweizer Bieren der letzten 2 Monaten:

IMG_3024Schlechte Biere gab es schon einige, vermutlich mehr als üblicherweise. Abgesehen von dem Letztgeborenen Bastard der Cardinal Eve Serie (gerade vorher erwähnt), sowie einigen anderen ominösen Radler wie Desperados Verde, Landi Farmer Panaché Lemon und Du Bocq Red Bocq, das schlechteste war Presidente Light aus der Dominikanischen Republik.

Wie immer aber, waren die guten Biere eindeutig zahlreicher und wie immer kann ich sie nicht alle durchgehen. Falls Interesse besteht, wisst ihr aber dass jederzeit meine letzten 500 getestete Biere hier anzusehen sind. Hier einige Höhepunkte:

IMG_2732Der Juni-Sieger habe ich schon früher erwähnt: es handelt sich um das Tripple Imperial Rye von Hugo “Hammer” Gutknecht. Ein beeindruckes, komplexes und sehr starkes Bier (16.8% !), das sich für ein Trappist Quadrupel ausgeben könnte.

Der Juli-Sieger – und bestes Bier der letzten 2 Monaten – kommt aus den Niederlanden und aus einer Kollaboration zwischen 2 genialen Brauereien: De Molen und Närke (Schweden). Hoch komplex und ebenfalls stark (11.1%), man könnte dieses Bier während 2 Stunden verkosten und immer wieder zusätzliche Charaktermerkmale entdecken. Die ziemlich hoche Süsse wird verblüffend durch eine späte Salzigkeit ausgewogen. Es handelt sich um das Goths & Vandals.

cheers !

IMG_2608[1]

Saint Bon-Chien World Tour au Moeder Lambic Fontainas

Le mois passé a été prolifique, c’est le moins que l’on puisse dire lorsqu’on épingle 101 nouvelles bières à son tableau de chasse ! A moins d’être Danois, bien sûr, dans quel cas ça fait plutôt vache maigre ;-) Mais pour moi, c’est franchement beaucoup. Une des raisons a été la très intéressante virée à Bruxelles à l’occasion de la Quintessence chez Cantillon et du Saint Bon-Chien World Tour au fameux bar Moeder Lambic.

Parmi les 16 pays différents, c’est évidemment comme très souvent la Suisse qui bombe le torse, forte de ses 35 représentants, devançant nettement la Belgique (17) et les USA (16).  Aucun nouveau pays au programme, mais un client assez rare avec l’Argentine et l’Antares Barley Wine.

J’ai découvert 3 nouvelles brasseries helvétiques. La meilleure d’entre-elles est sans doute celle des Argoviens de Patschiifig Bräu avec deux bières solides et bien faites à défaut d’être vraiment excitantes: la 407er Museums-Bier et la 73er Genie Bier. Les Bernois de Bières&Co quant à eux arrivent sur le marché avec un site internet pimpant, un service efficace et une certaine originalité dans les styles. Ils ne leur manquent plus que la qualité dans leurs produits et tout sera pour le mieux. Finalement, les 5 bières de Schümberg-Bräu (canton d’Argovie IMG_2660[1]également) font le grand écart, allant d’une excellente Kloster-Bier à une Pale Ale fort douteuse, les autres naviguant entre ces deux.

Parmi les autres bières suisses, je tiens tout d’abord à parler de mes deux brasseries préférées – BFM et Storm&Anchor – qui se disputent avec acharnement la première place de mon classement. Dans les 7 BFM et les 5 S&A découvertes le mois passé, il n’y a avait évidemment rien à jeter. La moins convaincante du lot a été la Saint Bon-Chien version Champagne, franchement trop douce à mon goût. Si l’on excepte celle qui a pris la 2ème place du mois, je conseille tout spécialement In A Galaxy Far Far Away de Storm&Anchor ainsi que la Saint Bon-Chien Grand Cru 2011 Sauvignon de la BFM. Et puis en fait, non: je vous conseille fortement de les goûter toutes ! Pour les bières de Tom, vous n’avez qu’à foncer au Erzbierschof le plus proche et pour les bières de Jérôme … et bien c’est la même adresse, mais il faudra attendre les 2, 3 et 4 octobre !

Voici encore quelques pensées sur les autres bières suisses du mois de mai:

  • IMG_2659[1]la brasserie bernoise de 523 se profile décidément comme un client de grande classe: sa Pale Ale est une vrai merveille;
  • excellente version au miel de la Montheysanne en provenance de la brasserie du même nom;
  • une fois n’est pas coutume, une bière de Egghubel ne m’a pas enthousiasmé: il s’agit de la Citra Single Hop IPA;
  • par contre, les Thounois (ou presque) de Burg Braui font très fort avec leur Porter et leur Citra. Chapeau !
  • Burgdorfer se profile gentiment comme spécialiste dans les styles dont ils n’ont aucune idée: après leur pseudo-stout (Schwingerbier) ils ont remis une couche avec la Henri Schiffmann, censée être une IPA. Mais c’est bien sûr … Allez les gars: laissez tomber et refaites-nous de bonnes lager !
  • Cathélaz ne faillit pas et offre une excellente Bière Noire au Poivre de Madagascar;
  • la ville de Thoune à l’honneur à nouveau avec l’excellente Black Panter de Frei’s Bier (non, la faute d’orthographe n’est pas de moi ;-));
  • correcte Bière de Noël de la brasserie fribourgeoise (Autavaux) Poyet;
  • Sudwerk – assez discret ces derniers temps de mon point de vue – refait parler d’elle et présente deux nouvelles bières plutôt réjouissantes: Wheat Harvest et Brown Ale;
  • Wipfli-Bräu s’en sort fort bien avec notamment une Gletscheriisbier très plaisante.

IMG_2610[1]Les Polonais ont joué placé dans la course aux plus mauvaises bières du mois avec la Karmi Poema di Caffé (Okocim) et la Dehelder Premium Lager (Van Pur), prouvant ainsi que les mots Poema et Premium doivent se traduire différemment chez eux … Le fond du fond leur a toutefois échappé puisque la Dark G-Free des Anglais de St. Peter’s a fait pire (oui, pas toujours facile de brasser sans gluten).

Le niveau moyen du mois passé a été très élevé et il m’est bien sûr impossible de passer en revue toutes les bières qui le mériteraient. Voici donc un morceau choisi des plus braves d’entre-elles:

russianriverNous voici donc dans la dernière ligne droite aka le podium. Deux bières se partagent la seconde place. Il s’agit tout d’abord de la Cocoa Psycho de BrewDog, une impressionnante et complexe Imperial Stout titrant 10% et arborant 70 IBU. Clairement une réussite de mon point de vue. Puis la meilleure de la série spéciale de Saint Bon-Chien (je ne suis pas le seul de cet avis), j’ai nommé la superbe Abbaye de SBC 2012 Merlot Cabernet Sauvignon, un des meilleurs traitement en fûts du brave et légendaire chat.

Mais il y avait mieux. Et pas de peu en plus. C’est dans la brasserie Cantillon que je suis tombé amoureux de la Shadow of a Doubt de Russian River, un Imperial Porter titrant à 9.86%, amer, légèrement fumée, très sec et hautement complexe. Un bijou ! Et ce n’est pas Dave qui va me contredire …

cheers !

Reinheitsgebot

Posted: May 17, 2014 in Swiss beer scene
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reinheitsgebot_schild_neuLa traduction française se trouve plus bas.

For english, please scroll to the end.

Heutzutage wird in der Schweiz leider immer zu häufig der Reinheitsgebot-Mythos zelebriert und referenziert. Es ist nicht selten, dass neue Mikrobrauereien (und nicht nur in der Deutschschweiz !) das Reinheitsgebot als Garantie ihrer Bier-Qualität ganz stolz hervorbringen. Ebenfalls war kürzlich in der Bier-Zeitung der GFB (Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt) zu lesen: “In der Schweiz gilt das Reinheitsgebot ebenfalls“. Ein eher pikantes Paradox …

Deshalb ist es wieder mal Zeit, die Tatsachen klarzustellen und der folgende Artikel (zwar alt aber weiterhin völlig relevant) von Ronald Pattinson – Bier Schriftsteller und Historiker – ist dafür bestens geeignet.

<Anfang des Artikel von Ron Pattinson>

“Das Reinheitsgebot – und weshalb es Mist ist”

Das Reinheitsgebot, das älteste Verbraucherschutzgesetz und eine Garantie der Bierqualität. Ein Beispiel für die Welt, wie Bier gebraut werden sollte, so wie es die Deutschen für Jahrhunderte getan haben. Gut-naja, nicht wirklich. Diese sind einige der Mythen, die ich hier besprechen möchte. Jeder denkt, daß er weiß, was das Reinheitsgebot ist und denkt, daß es echt super ist. Dies ist ein Versuch, einen objektiven Blick auf etwas zu richten, was ein sehr emotionales Thema sein kann.

Jetzt könnten einige Leute ein wenig entsetzt sein, und sich vielleicht sogar durch den Titel dieser Seite beleidigt fühlen , deshalb zuerst einige Worte der Erklärung : Deutsches Bier im allgemeinen wird zu einem sehr hohen Standard gebraut, den der Rest der Welt mit Recht beneidet. Leider scheinen viele Leute über die Gründe für die hohe Qualität des deutschen Bieres verwirrt zu sein. Insoweit ich es sehe, ist das Reinheitsgebot total irrelevant; Deutsches Bier ist gut, weil deutsche Brauer große Fachkenntnis haben und ihr Bier mit Stolz und Sorgfalt brauen.

Daß dies auch ohne die Beschränkung von Malz, Wasser, Hopfen und Hefe zu verwenden , möglich ist, kann durch viele, selbst auch deutsche Biere, nachgewiesen werden. Die Verachtung des Bieres aus der DDR- meistens wegen des angenommen minderwertigen Brauenstandards – finde ich total unrechtmäßig, und meistens auf reines Vorurteil gegründet. Ich kann mich erinnern, als in der DDR zum ersten Mal westdeutsches Bier auf den Markt kam. Was mich überraschte war, wieviel schlechterdie importierten Biere gegenüber den angeblich minderwertigeren Gegenstücke aus der DDR waren. Ich konnte nicht begreifen, weshalb jedermann diese teueren, geschmacklosen Biere den eigenen örtlichen würzigen Bieren bevorzugte.Die Zeit hat gezeigt, daß dies nicht so geblieben ist. Sogar schon vor der Wiedereinführung des Reinheitsgebots im Osten waren die Leute zu ihren alten Lieblingen zurückgekehrt. Jedermann, der das seichte Abwaschwasser von Eschwege Pilsener mit dem wundervollen Mühlhäusener Pilsator verglich, müßte wissen, daß DDR-Bier einfach besser schmeckte.

Ich weiß, daß meine eine umstrittene Ansicht ist, weil viele Leute, einschließlich derer, die es wirklich besser wissen müßten, hypnotisiert sind durch das Argument der “Reinheit” des Bieres, und finden es schwer zu glauben, daß Bier mit anderen Bestandteilen nicht nur genau so rein sein kann, sondern auch genauso gut schmecken kann. Eine geldgierige kommerzielle Brauerei schafft es natürlich, ein minderwertiges Bier entweder mit oder ohne die Beschränkungen des Reinheitsgebot zu brauen. Das Problem ist, daß wenn man sich nur auf eine begrenzten Liste von Bestandteilen konzentriert, man im Kern einen Kompromiß über die Bierqualität der anderen Schlüsselbereiche erlaubt. Ich glaube, daß die Diskussion sich mehr um die Faktoren konzentrieren sollte, die wirklich zum Geschmack eines Bieres entscheidend sind: die Qualität der Bestandteile, die Lagerzeiten, diePasteurisierung, die Filtrierung und die Karbonisierung. Ich denke, daß es zu einfach für viele deutsche Brauereien (und da nicht nur die großen ) gewesen ist, über der Einführung zweifelhafter Techniken zu plaudern und zu behaupten, daß sienoch ‘ reines ‘ Bier brauen. Es tut mir leid, aber ich kann leider nicht glauben ,daß ein gefiltertes, pasteurisiertes Bier, das nur kurz gelagert wurde, für den unwissenden oder unkritischen Kunden ein “reines ‘ Bier ist, bloß weil nur Malz im Sud war. Ich bin nicht für den Einsatz großer Mengen an Zusätzen im der Maische, aber ich weiß, daß ich es wahrscheinlich nicht bemerken würde, ob ein Bier 5% von Nichtmalz-Bestandteilen enthält; wohl aber daß es nicht lang genug gelagert worden ist. Die einzigste Sache, die für mich wichtig ist, ist daß das Bier schmeckt. Solange es gut schmeckt und nichts schädliches enthält, dann sollte der Brauer verwenden, was er will. Man muß bloß mal nach Belgien schauen um zu sehen, wie weit die Grenzen von dem, was als Bier verstanden wird, erweitert werden können. Einfach zu beharren, daß ein Bier gut ist, weil es ‘ rein ‘ ist, macht es jedem deutschen Brauer einfach, die Produktionskosten zu drücken, und doch ein “hochwertiges Produkt” zu liefern.

Seien wir mal ehrlich, es wird eine Menge schlechtes Bier gebraut in Deutschland. Es gibt auch eine große Menge sehr gut produziertes Bier, aber darauf zu bestehen, daß jedes deutsche Bier gut ist, ist doch lächerlich. Nicht jedes britische Bier ist gut, nicht jedes belgische Bier ist gut, sogar nicht jedes tschechische Bier ist gut. Vom karameligem, süßlich-verkochtem Geschmack eines massenproduziertem Altbiers über ein seifiges, süßes Helles bis zu einem eindimensionalen Pils, was wie Limonade mit Hopfenzusatz schmeckt, es gibt eine Menge von langweiligen bis sogar unangenehmen Bieren. Andererseits gibt es die in der Hausbrauerei gebrauten Altbiere von Düsseldorf als eines der feinsten Beispiele der obergärigen Biere in der Welt. Ein fränkisches ungefiltertes Kellerbier ist eine Offenbarung für jeden, der glaubt, daß untergärige Biere nie mit einem Ale für dessen Geschmack und Komplexität des Aromas konkurrieren könnten. Ein bayerischer Weizen, mit seinem Bouquet an Gewürzen – Koriander, Nelken und sogar Banane – kann durch dessen beschränkte Auswahl an Bestandteilen verwirren und dadurch die Aromen einer Gewürzmühle erzielen. Es gibt eine große Vielfalt und vieles, auf was die deutsche Brauwelt stolz sein kann.

Nach dieser Erklärung oder vielleicht auch Entschuldigung: hier sind meine Gründe, weshalb ich glaube, daß das Reinheitsgebot Unsinn ist:

  1. Niemand in der Welt braut nach dem Reinheitsgebot von 1516 . Jeder (mit Ausnahme der Lambic-Brauer, die sich aus anderen Gründen nicht dafür qualifizieren), benutzt neben Wasser, Malz (und ist spezifisch und ausschließlich Gersten- Malz) auch Hefe. Selbst, wenn Sie nicht es absichtlich hinzufügen, würde man es schwerlich ein Bier ohne Hefe brauen können.
  2. Es ist ein Brotschutz- anstatt ein Bierschutzgesetz . Die ursprüngliche Idee, die erlaubten Bestandteile des Bieres zu begrenzen, war es, die Menschen abzuhalten, Bier mit Getreide zu brauen, anstatt daraus Brot zu backen. Vor allem Roggen und Weizen. Die Gerste, die man nicht zum Backen verwenden konnte, aber wohl zum Bierbrauen, sollte für Bier genommen werden. Kein Weizenbier kann behaupten, nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut zu sein, weil es bis das 16. Jahrhundert nur dem Adel erlaubt wurde, mit Weizen Bier zu brauen (genau wie das Essen von Weißbrot), besonders in Bayern war der Gebrauch von Weizen in Bier verboten. Im ursprünglichem Gesetz war nur Gerstenmalz erlaubt..
  3. Die einzig erlaubten Bestandteile sind Malz, Wasser, Hopfen und Hefe, außer dem Zucker in obergärigen Bieren. Warum es erlaubt ist in obergärigen Bieren, und verboten in den untergärigen, ist mir ein Rätsel. Beachten Sie bitte, daß deutsche Brauer die Tatsache nicht bekanntmachen, daß manchmal auch Zucker in ihren Bieren erlaubt ist.
  4. An sich gibt es keine Garantie für gutes Bier. Beachten Sie, daß Heineken-Pils entsprechend nach ihm gebraut wird, und niemand wird allen Ernstes behaupten, daß es ein gutes oder annehmbare Nachahmung des Stiles von Bier ist, worauf es Anspruch erhebt. Oder probieren Sie das köstliche Binding-Bier. Mmh, Abwaschwasser mit einem Hauch von Margerine. Reizend.
  5. Es werden trozdem chemische Zusätze im deutschen Bier benutzt. Es ist immernoch erlaubt, das Wasser mit allen möglichen Chemikalien zu behandeln, die man mag, bevor es benutzt wird. Außerdem alle Schädlingsbekämpfungsmittel und chemischen Düngemittel beim Anbau der Gerste. Einige deutsche Brauer ärgerten sich an den Leuten, die organisches Bier brauen, weil sie es als Herausforderung ihres Anspruchs zur Reinheit sahen.
  6. Sie begrenzt die Artenvielfalt der möglichen Biere . Praktisch keines der klassischen belgischen Ales sind oder könnten gebraut werden, wenn man sich an die Richtlinien des Reinheitsgebots hielte. “Frambos” (Himbeerbier) und “Kriek” (Kirschbier) wegen des Gebrauchs von Früchten (welche wohl kein preiswerter Ersatz für Malz darstellen), “La Chouffe” und Weizenbiere wegen ihres Gebrauchs von Gewürzen, ohne die keine von diesen möglich wären. Wenn ich die Wahl hätte zwischen Heineken Pils und La Chouffe, wüßte ich, für welches ich mich entscheiden würde.

Angesichts der Anzahl von Brauereien wie sie Deutschland besitzt, gibt esverhältnismäßig wenig Bierarten. Bayern, mit seinen Hunderten Brauereien hat nur eine Handvoll unterschiedlicher Arten. Belgien andererseits mit seiner offenen Beziehung zu den Bestandteilen, hat fast ebenso viele Arten wie Brauereien. Sogar Österreich mit seinen bloß ungefähr 60 Brauereien handhabt mehr unterschiedlicher Arten des Bieres als ganz Deutschland zusammen.

7. Deutsche brauen seit 1516 nach dem Reinheitsgebot . Stimmt, die Bayern. Obwohl, nicht alle. Bayern war im Jahre 1516 ein Stück kleiner als jetzt und schloß noch nicht das Frankenland ein, in dem noch 50% aller Brauereien , die in Bayern aktiv sind, sich befinden. Das Reinheitsgebot wurde erst seit der Jahrhundertwende (von1900) auf ganz Deutschland ausgedehnt. Diese war eine Vorbedingung der Bayern für den Zusammenschluß mit Deutschland. Es wurde heftig von den norddeutschen Brauern als Versuch der Bayern kritisiert, um ihren Handel zu schützen . Es ist der Beginn zur vollständigen Auslöschung bestimmter Bierarten (es hat eine Tradition von gewürzten Bieren gegeben, die vermutlich zurückging auf die Zeit, bevor Hopfen allgemein verwendet wurde), wie es wieder in den neunziger Jahren geschah, als eine Version von Köstritzer Schwarzbier nicht mehr produziert werden konnte.

8. Es dient nicht wirklich zum Schutz für den Verbraucher . Es ist noch zweifellos möglich, ein unreines, furchtbares, hefe- oder bakterieninfiziertes Bier zu produzieren und es zu verkaufen. Ich habe Bier in Deutschland getrunken, was so hefeinfiziert war, daß es die Brauerei nie hätte verlassen sollen. Das Reinheitsgebot hat nichts darüber zu sagen. Wirkliche Verbrauerschutzgesetze würden darauf bestehen, daß es ein Bier auch trinkbar ist.

9. Das aktuelle Reinheitsgebot ist nicht dasselbe wie das von 1516 . Das ursprüngliche Gesetz sagt, daß Bier nur von Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden soll. Beachten Sie, daß damit nicht Gerstenmalz gemeint ist, sondern Gerste. Außerdem wird auch nicht irgendeine andere Form von Malz oder Korn erwähnt, wie z.B. Weizen. Guiness, das heute wegen des Gebrauches von gerösteter Gerste nicht unter das Reinheitsgebot fällt, würde unter den Richtlinien von 1516 wohl darunter zählen.

10. Deutsche Brauer halten sich selber nicht immer an’s Reinheitsgebot. Viele Brauereien benutzen verschiedene Zusätze für Versionen ihrer Biere, die ins Ausland verkauft werden. (obwohl dieses nicht den bayrischen Brauereien erlaubt ist).

11. Viele deutsche Weizenbiere können sich nicht ausschließlich an die Richtlinien des Reinheitsgebots halten. Weizenmalz wird nur als Bestandteil in obergärigen Bieren erlaubt, dennoch werden viele Hefeweizenbiere mit einer untergärigen Hefe abgefüllt. Da diese Hefe die Gärung in der Flasche fortsetzt, ist es die Frage, ob das Endresultat ein reines obergärigen Bier ist.

Einige fehlgeleitete Menschen haben, ohne an die Konsequenzen zu denken, die Einführung des Reinheitsgebotes auf die gesamte EG vorgeschlagen. Welche Katastrophe wäre dies für die Artenvielfalt und Auswahl für den Biertrinker ! Belgische Biere mit Früchten und gewürzte Biere, das finnische “sahti”, sogar das traditionelle ” Guinness”, wären nicht länger erhältlich. Was man wirklich bräuchte wäre ein Gesetz, was die Brauer zwingt, die Inhaltsstoffe auf dem Etikett zu vermelden , wie es schon in den skandinavischen Ländern der Fall ist. Dann würden die Konsumenten sehen, was sie kriegen und können so eine kluge Auswahl treffen. Ich selber will meine Auswahl an Bieren nicht von einem mittelalterlichen Gesetz beeinträchtigt sehen, was bayrische Bauern dvon abhalten sollte, ihr Getreide zu verbrauen, anstatt es in Mehl zu mahlen.

<Ende des Artikels von Ron Pattinson>

FRANCAIS

Par trop souvent encore malheureusement, le mythe de la Reinheitsgebot allemande (en français “décret sur la pureté de la bière”) est célébrée et mise en valeur en Suisse. Il n’est pas rare de voir que de nouvelles microbrasseries (et pas seulement en Suisse alémanique !) arbore fièrement le fait que leurs bières soient produites suivant cette loi, tel un gage de qualité. De plus, récemment, on a pu lire dans un article parut dans la revue “Bier-Zeitung” de l’association “Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt”  (société pour la promotion de la diversité de la bière): “la Reinheitsgebot est valable également en Suisse”. Un paradoxe assez piquant …

Pour cette raison, il est temps de remettre une fois de plus l’église au milieu du village et l’article (certes pas récent mais toujours parfaitement valable) de Ronald Pattinson – écrivain et historien de la bière – s’y prête merveilleusement bien.

<début de l’article de Ron Pattinson – traduction par Laurent Mousson>

Reinheitsgebot – Pourquoi ce n’est qu’un tas de vieilles conneries.

Ron Pattinson

Le Reinheitsgebot, ou loi de pureté, la plus vieille loi de protection du consommateur, et une garantie de qualité de la bière. Un exemple pour le monde entier de comment la bière devrait être brassée, comme les Allemands le font depuis des siècles. Ben non, pas vraiment. Ce ne sont que quelques-uns de mythes que j’aimerais relever. Tout le monde croit savoir ce qu’est le Reinheitsgebot, et pour l’essentiel, pense que c’est bien. Ceci est une tentative de voir de façon objective un sujet qui peut être assez sensible.

Certains auront sans doute été choqués, voire scandalisés par le titre de cette page, donc voici quelques explications préliminaires. La bière allemande en général est brassée selon des normes très élevées, que le monde entier lui envie à juste titre. Malheureusement, beaucoup de gens ne savent pas vraiment pourquoi. Autant que je puisse dire, le Reinheitsgebot n’a aucun rapport ; la bière allemande est bonne parce que les brasseurs allemands sont compétents et font leur bière avec soin et fierté.

Le fait qu’il soit aussi possible de le faire sans les limitations liées à l’emploi exclusif de malt, d’eau, de houblon et de levure a été prouvé par bien des brasseurs, certains en Allemagne même.

J’a toujours trouvé le mépris à l’encontre des bières d’Allemagne de l’Est – à cause des normes de production inférieures- tout à fait injuste, et basé avant tout sur de purs préjugés. Je me souviens bien avoir été en Allemagne de l’Est quand les bières d’Allemagne de l’Ouest sont arrivées sur le marché. Ce qui m’a alors surpris, c’est à quel point ces bières importées étaient plus mauvaises que leurs homologues, supposés inférieurs, de l’Est. Je ne comprenais pas comment qui que ce soit puisse préférer ces bières chères et insipides aux productions locales goûtues. Le temps a montré que ce n’était pas le cas. Avant même la réintroduction du Reinheitsgebot à l’Est, les gens étaient retournés à leurs anciennes amours. Quiconque comparait l’acratopège eau de vaisselle appelée Eschwege Pils avec la formidable Mühlhausener Pilsator savait pourquoi : les bières de la RDA avaient simplement meilleur goût.

Je me rends compte que c’est un point de vue provocateur, parce que beaucoup, y compris bien des gens qui devraient être critiques, ont hypnotisés par l’argument de la bière “pure” et n’arrivent pas à croire qu’une bière faite avec d’autres ingrédients peut très bien être au moins aussi pure, mais aussi avoir aussi bon goût. Une brasserie commerciale de mârde parviendra très bien à brasser de la pisse insipide, avec ou sans la contrainte du Reinheitsgebot. Le problème est que cette concentration sur une liste limitée d’ingrédient comme le point central de la qualité de la bière permet des compromis dans d’autres domaines cruciaux. Pour moi la discussion devrait plus se concentrer sur les facteurs vraiment cruciaux pour le goût de la bière: qualité des ingrédients, durée de la garde, pasteurisation, filtrage, et gazéification.. Je pense qu’il n’a été que trop facile pour bien des brasseries allemandes, et pas rien que les grosses, de cacher l’introduction de techniques douteuses en insistant qu’il brassaient toujours de la bière “pure”. Désolé, mais j’ai bien peur de trouver dur à accepter qu’une bière filtrée, pasteurisée, passée en vitesse par la cave avant d’être expédiée à des clients inconscients ou insouciants, soit une bière “pure”, simplement parce qu’elle ne contient que du malt dans la maîche. Je ne prône pas l’usage de grandes quantités d’additifs (sucre, céréales crues) dans la cuve-matière, mais je sais que, si je ne peux pas détecter si une bière contient 5% d’autre chose que du malt dans la mouture, mais je peux certainement dire si la garde d’une bière n’a pas été assez longue.. Pour moi, c’est la seule chose qui compte : comment est le goût. Du moment que c’est bon et qu’il n’y a pas d’ingrédients dangereux, les brasseurs devraient pouvoir utiliser les ingrédients qu’ils veulent. Il suffit de se tourner vers la Belgique pour voir jusqu’où les limites de la bière peuvent être repoussées. Insister simplement que toutes leurs bières sont bonnes parce qu’elles sont “pures” a été très pratique pour tout brasseur allemand désirant rogner les coûts, tout en maintenant qu’ils fournissent un produit d’excellente qualité.

Soyons honnêtes :il y a des tas de bières infectes brassées en Allemagne. Il y a aussi une grande quantité de bonne bière qui y est produite, mais prétendre que toute bière allemande est bonne est évidemment ridicule. Toutes les bières anglaises ne sont pas bonnes, toutes les bières belges ne sont pas bonnes, et pas même toutes les bières tchèques ne sont pas bonnes. De l’arôme caramélisé de sucre d’orge d’une alt de masse à une pils plate telle une limonade à l’extrait de houblon, en passant par une helles savonneuse et douceâtre, il y a plein de bières médiocres ou franchement déplaisantes. De l’autre côté, les altbiers des brewpubs de Düsseldorf sont parmi les plus beaux exemples de fermentations hautes du monde. Une kellerbier franconienne, non filtrée, est une révélation pour quiconque croyait que les fermentations basses ne peuvent pas rivaliser avec les hautes en matière de subtilité et de complexité d’arôme. Une weizen bavaroise, avec son bouquet d’épices – coriandre, girofle, banane, même – peut dépasser les limitations de ses ingrédients et parvenir à des arômes droit sortis du moulin à épices. Il y a une grande variété et beaucoup de quoi être fier dans le monde brassicole allemand.

Cette explication – excuse faite, voici mes raisons pour lesquelles le Reinheitsgebot n’est qu’un tas de vieilles conneries :

1. Plus personne dans le monde ne brasse selon le Reinheitsgebot de 1516. Tout le monde (sauf les brasseurs de lambic, disqualifiés pour d’autres raisons) utilise de la levure en plus de l’eau, du malt (et c’est exclusivement du malt d’orge). Même en ne l’ajoutant pas délibérément vous trouverez assez difficile de brasser de la bière sans levure.

2. C’est une loi de protection du pain plutôt qu’une loi de protection de la bière. L’idée d’origine en limitant les ingrédient admis pour la bière était d’empêcher les gens d’utiliser les céréales panifiables pour faire de la bière. Spécifiquement, le seigle et le blé. L’orge, difficilement panifiable, mais parfaite pour brasser devait être réservée à la bière. Aucune bière de froment ne peut être brassée selon le Reinheitsgebot de 1516, parce que, , jusqu’au 16e siècle, quand l’aristocratie reçut le privilège de brasser avec du blé (l’équivalent de manger du pain blanc), l’usage de blé était spécifiquement interdit en Bavière. Dans la loi d’origine, seul le malt d’orge est autorisé.

3. Les seuls ingrédients autorisés sont le malt, l’eau, le houblon et la levure… et les sucres pour les fermentation hautes.. Pourquoi c’est autorisée en fermentation haute et interdit en basse reste une énigme pour moi. Vous noterez que les brasseurs allemands ne se vantent pas que les sucres soient parfois autorisés dans leurs bières.

4. Ce n’est en soit pas la garantie d’une bonne bière. Regardons les choses en face, l’Heineken Pils [version allemande NdT.] est brassée selon cette loi, et personne ne pourrait sérieusement l’accuser d’être une bonne, ou même acceptable, imitation du style qu’elle prétend être. Ou essayer cette délicieuse Binding, mmmmh, de l’eau de vaisselle avec une giclée de margarine, adorable.

5. Des additifs chimiques sont toujours utilisés dans la bière allemande. Il est parfaitement possible de traiter l’eau avec tous les additifs chimiques que vous voulez avant de l’utiliser. Plus tous les pesticides et engrais chimiques que vous voulez dans l’orge. Certains brasseurs allemands se sont offusqués de l’idée de brasser des bières biologiques, parce qu’ils les voyaient comme une menace pour leurs propres prétentions de pureté.

6. Il limite les styles de bières possibles. Pratiquement aucune des fermentations hauts belges n’est ou ne peut être brassée si vous suivez les règles du Reinheitsgebot. La Framboise ou la Kriek à cause des fruits (pas vraiment un substitut bon marché au malt), La Chouffe et les blanches à cause des épices, aucune d’entre elles ne serait possible. Si on me donne le choix entre la Chouffe et l’Heineken Pils, je sais laquelle je choisis.
Considérant le nombre de brasseries qu’elle possède, l’Allemagne est le berceau de relativement peu de styles de bière.. La Bavière, avec ses centaines de brasseries, n’a qu’une poignée de styles différents. Au contraire, la Belgique, avec son approche ouverte des ingrédients, a pratiquement autant de styles que de brasseries. Même l’Autriche, avec sa soixantaine de brasseries, arrive à faire plus de styles de bières que toute l’Allemagne.

7. Les Allemands suivent le Reinheitsgebot depuis 1516, enfin les bavarois, et encore, pas tous ! En 1516, la Bavière était bien plus petite que ce qu’elle est actuellement, et n’incluait pas la région cette quantité négligeable de la brasserie qu’est la Franconie, où presque la moitié des brasseries bavaroises actuelles se trouve. Le Reinheitsgebot n’a été étendu à toute l’Allemagne qu’autour de 1900, la Bavière l’ayant réclamé pour accepter vraiment sin intégration à l’Empire. L’opposition des brasseurs du Nord de l’Allemagne fut vigoureuse, car ils le voyaient comme une mesure protectionniste. Son extension à tout le pays vit la disparition de certains styles de bière (il y avait une tradition de bières épicées, remontant probablement à avant l’introduction du houblon), ce qu’on vit à nouveau dans les années 90, quand une version de la Köstritzer Schwarzbier n’a plus pu être produite.

8. Ce n’est pas une protection pour le consommateur. Il est toujours possible de brasser une bière terriblement impure, avec une infection bactérienne ou de la levure, et de la vendre. J’ai bu en Allemagne des bières si durement infectées qu’elles n’auraient jamais dû quitter la brasserie. Le Reinheitsgebot ne dit rien à ce sujet. Une vraie législation de protection du consommateur insisterait que le bière soit buvable.

9. Le Reinheitsgebot actuel n’est pas le même que celui de 1516. La loi d’origine dit que la bière ne doit être faite que d’orge, de houblon et d’eau. Notez que ce n’est pas du malt d’orge, mais bien de l’orge qui est spécifié. Bien sûr, aucune mention d’une autre céréale, comme le blé. La Guinness n’est pas conforme au Reinheitsgebot à cause de l’usage d’orge rôti, mais aurait passé la rampe en 1516.

10. Les brasseurs allemands ne suivent pas toujours le Reinheitsgebot. Bien des brasseries utilisent des additifs pour leurs bières vendues à l’étranger. (Bien que celles situées en Bavière n’en aient pas le droit)

11. Beaucoup de blanches allemandes (Weizenbiere), ne sont pas strictement conformes. Le malt de blé est uniquement permis pour les bières de fermentation haute, mais la plupart des Hefeweizen sont embouteillées avec une levure basse. Comme cette levure va poursuivre la fermentation dans la bouteille, on peut se demander si le produit fini est une pure fermentation haute.

Certaines personnes fourvoyées, sans vraiment penser aux conséquences, avaient proposé l’introduction du Reinheitsgebot dans toute l’Union Européenne. Quel désastre ç’aurait été pour la diversité et le choix offert au buveur de bière. Les Bières belges épicées ou au fruits, le sahti finlandais, même la Guinness ne seraient plus possibles. Ce qui manque vraiment, c’est une législation forçant les brasseurs à indiquer la composition sur l’emballage (comme c’est déjà le cas en Scandinavie. A ce moment-là, les consommateurs sauront ce qu’ils boivent et pourraient choisir. Personnellement, je ne veut pas que le choix de bières qui m’est offert soit limité par une législation médiévale pour empêcher les paysans de brasser avec des céréales panifiables.

<fin de l’article de Ron Pattinson>

ENGLISH

Too frequently, the myth of the German Reinheitsgebot is still referenced and celebrated in Switzerland. It is not uncommon to see new microbreweries indicating proudly that their beers are produced according to this law guaranteeing by this fact the high quality of their products. Recently in an article published  by the “Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt” (association for the promotion of the diversity of beer) it was written that “the Reinheitsgebot also applies in Switzerland”. A quite funny paradox …

For these reasons I think it is time – again – to put the facts straight and for this, the article of Ronald Pattinson – bier writer and historian – is perfectly adequate:

The German Reinheitsgebot – why it’s a load of old bollocks

cheers !

 

laurentina

la Laurentina (Mozambique)

Du travail plein les papilles ! Voilà en gros le résumé du mois d’avril passé lors duquel j’ai été confronté à 95 nouvelles bières dont plus du tiers lors des 12ème Solothurner Biertage.

Parmi les 13 pays représentés, c’est bien évidemment la Suisse qui écrase tous les autres et pour une fois non seulement sur le plan quantitatif (59), mais également qualitatif (j’y reviens plus tard). La Belgique avec 8 bières et le Danemark avec 5 arrivent loin derrière. A noter la présence d’un pays inhabituel, l’Irlande, avec deux bières de la brasserie Trouble, une de celle de Carlow et une autre de Galway Hooker. Mais surtout deux nouveaux pays (158ème et 159ème): le Mozambique avec la Laurentina Clara et Saint-Vincent-et-les-Grenadines avec la Hairoun ! La première nommée était totalement buvable, soi dit en passant, ce qui constitue déjà un exploit lorsqu’on parle de cette catégorie. Je ne m’étendrai pas par contre sur la Hairoun …

Or donc, la chasse aux bières suisses a été particulièrement florissante ! Je vais commencer d’abord par les nouvelles brasseries, qui ont été au nombre de cinq.

Tout d’abord Burg Braui situé à Gurzelen dans le canton de Berne et nouveau membre de l’excellente “mafia” thounoise. Je vous en dirai plus sur cette brasserie lorsque j’aurai goûté leurs autres bières, mais la Simcoe était déjà prometteuse. De même avec les Argoviens de JamesBRÄU (Mühlethal) dont l’Amarillo Cream Ale est fort correcte. La Füürbier des Lucernois de Wipfli-Bräu (Inwil) m’a laissé passablement de marbre et je vais donc attendre d’avoir goûté leurs autres bières avant de formuler mon avis à leur sujet.

RED ALL HDR

Sottobisio Red

Ma rencontre avec les Soleurois d’Oberdörfer Chäuerbräu a commencé sur une fausse note lors de la première journée des Solothurner Biertage, leur Lager étant manifestement salement piquée. C’est donc avec une certaine crainte que je me suis attaqué à leurs 3 autres produits, qui, heureusement, se sont avérés corrects bien que pas très excitants (si ce n’est la Pfäffer peut-être). Ce n’est que le samedi que je suis revenu sur la Lager – sur un conseil avisé de Richi “SIOS” Leder – pour constater 1) que le premier fût était effectivement un accident et que 2) il y a encore pas mal de laxisme concernant le contrôle de qualité dans ce genre de festival …

Bien qu’ayant entendu certaines critiques à leur sujet, j’ai été personnellement convaincu par les 3 bières de la brasserie tessinoise Sottobisio. La Red m’a laissé la meilleure impression, même si l’on peut certainement discuter de sa classification comme Imperial IPA. Une brasserie à suivre en tous les cas.

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Cathélaz, JamesBRÄU et Biermanufaktur Maienfeld

Voici maintenant un morceau choisi des 51 bières suisses restantes du mois passé (pour la liste complète et plus de détail, reportez-vous à ma liste de bières récemment goûtées):

  • Comme à son habitude, l’Altes Tramdepot se donne de la peine et en a souvent: sa 5Teen – qu’on pourrait qualifier d’India Pale Lager – n’est qu’une soupe sur-houblonnée avec peu de caractère aromatique. Un bel exemple que plus n’est pas équivalent de mieux.
  • La Bertbier Jäger m’a un peu déçu de la part d’une brasserie capable de mieux faire.
  • La Saison Grapes de la BFM est un bijou qui manque le podium du mois pour un cheveu !
  • La Bier Factory Rapperswil Lager est la preuve – pour ceux qui en ont besoin, je n’en fait pas partie – qu’une Lager peut être autre chose qu’un liquide sans goût. Excellent boulot Stephen et Gabriel !
  • La Biermanufaktur Maienfeld (canton des Grisons) m’a conquis avec son IPA nommée 7304.
  • Les Tessinois de Bad Attitude (Birrificio Ticinese) ont frappé fort avec leur Williams Penny (une Two Penny vieillie en fût avec des poires) et leur Mad Saison (une sorte d’IPA belge qui cache dangereusement bien ses 12% d’alcool).
  • Les avis au sujet des Thurgoviens de Bodensee étaient fortement polarisés lors des Solothurner Biertage. Une conséquence sans doute d’avoir voulu présenter des styles audacieux tels que Gose ou Lambic. Quant à moi ? J’ai aimé ! Et en particulier la Joris, une “trappiste” qui n’a rien à envier à ses authentiques sœurs.
  • Buechibärgerbier … Hmmm, que dire en restant poli ? Si je peux presque comprendre que leur Kybergator – modeste mais parfaitement buvable – ait remporté sa catégorie au SIOS Trophy 2014, je reste par contre sans voix quand j’apprends que leur repoussante Frühlingsbier a réussi le même exploit ! Et je préfère ne même pas aborder la Golfer
  • Alain Cathélaz ne cesse de m’épater, car il est vraiment le maître des plantes et des épices. Sa Bière Blonde au Rhum, Citron Vert et Menthe n’a en rien terni sa réputation.
  • Agréable surprise chez les Divins Brasseurs (Sion) avec une très bonne Ambrée.
  • Déception avec la Gili Bräu 24er Noël.
  • Déception encore – mais légère –  avec Hardeggerperle qui me semble à bout de souffle: aussi bien leur Chrüterbier que leur Rauchbier restent en-deçà de ce qu’ils peuvent réaliser.
  • Déception toujours avec l’Hohgant Schwarzer Holunder (une bombe de diacétyle).
  • Et déception encore une fois avec la Dunkles de JungfrauBräu, une brasserie ici aussi capable de bien mieux.
  • Par contre, la bonne surprise de Soleure 2014 a été pour moi – avec Bodensee – les Lucernois de LuBB (Luzerner Bier Brauer): aussi bien leur Black Beauty que leur Bockbier m’ont bluffé !
  • Öufi ne m’a pas convaincu avec la Südfuess Bock et la Polaris.
  • Schwarzbuebe Bier est une brasserie souvent intéressante et j’ai été particulièrement satisfait par la Tonka Brownie.
  • Deux bières intéressantes et assez originales de Sunnegg: la Weizen et la Porter.
  • Bon travail – comme presque toujours – de la part d’UG Bräu avec la Nelson-IPA et la Chriesi.
  • UHB encore et toujours avec deux très bonnes IPA: la Hop Connection et la Mr. Nelson.
  • La Häxli Cascade d’Ackermann – brassée cette fois chez Unser Bier – m’a laissé dubitatif.
  • Même remarque quant aux Lucernois de Wiggerli et leur “das Dunkle“, ainsi que pour les Bâlois de zur Grünen Amsel avec leur Whisky Ale.

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Attention: très mauvais !

Quant au musée des horreurs, il a été peuplé de quelques perles ce mois-ci. Le groupe Carlsberg a fait particulièrement fort en trustant les 4 dernières places ! Tir groupé tout d’abord de leur joyau français – j’ai nommé Kronenbourg – avec la Grimbergen Printemps, un jus de sucre agrémenté de pomme et de gingembre, une véritable merveille pour les 6 – 9 ans. (Pour les plus courageux d’entre-vous, je conseille en passant dans le même créneau la Grimbergen Poire et la Grimbergen Rouge.). Puis avec la K Citron Vert et la K Fruit Rouge, deux cannettes dont on pense de prime abord que c’est leur packaging qui sera le plus horrible … mais non ! Le contenu fait encore plus fort …

Pas mal Kronenbourg, donc, mais bien sûr insuffisant face au dernier produit de Feldschlösschen, j’ai nommé la Cardinal Vodka & Citrus (décidément, la marque Cardinal s’en ramasse plein la tronche ces derniers temps …). Imbuvable, même à des fins scientifiques. Il est intéressant de noter les similitudes (au niveau emballage également) entre cet immonde breuvage et la Tuborg Skøl brassée chez Utenos (Lituanie) sous licence de … Kronenbourg. Même recette ? Sans doute: le monde est petit.

De l’autre côté du miroir – celui qui me motive chaque jour à me sacrifier corps et âme pour la bière (ok, j’exagère) – il y a bien sûr eu, mises à part les bières helvétiques énumérées ci-dessus, d’autres spécimens dont voici les principaux:

originalCeci nous amène par la force des choses au trio de tête qui – à la manière des mousquetaires – se présente sous la forme de 4 bières.

Deux d’entre-elles se partagent la 3ème place, la subtile et complexe Serendipity des américains de New Glarus et la Tripel Hop 2014 des légendaires belges de Duvel, houblonnée pour l’occasion avec du Mosaic.

Sortez le drapeau suisse pour fêter les deux premiers ! Et pas n’importe quelles brasseries, puisqu’il s’agit des deux qui se disputent avec acharnement la place de meilleure brasserie helvétique dans mon cœur et mes statistiques depuis environ deux ans. Pour cette fois-ci, Storm&Anchor doit courber l’échine – même si sa Citra Saison avait l’étoffe d’un vainqueur – face au virevoltant Jérôme Rebetez et sa BFM, tous les deux étant littéralement sur un petit nuage actuellement … C’est donc la puissante et complexe Procrastinator 2 qui s’impose lors du mois d’avril.

cheers !