Archive for the ‘Swiss beer scene’ Category

jamesbraeuWie im letzten Artikel versprochen, möchte ich detaillierter auf die 103 neuen Schweizer Biere, die ich im März verkostet habe, zurückkommen. Meine Bewertungen können über die Links – die nach den Brauereien-Seiten auf Ratebeer.com führen – nachgesehen werden.

Kanton Aargau

feldNur 3 Biere hier, was eigentlich wenig ist für einen Kanton, der hinter Bern und Zürich die 3. grösste Anzahl von Brauereien mit 55 vorzeigt. Und Biere aus sehr unterschiedlichen Brauereien, von JamesBRÄU (5 Hektoliter) und ihr Coffee Stout bis Feldschlösschen (circa 1,5 Mio. hl) und ihr “Innovation des Jahres” Braufrisch über Lägere Bräu (1’800 hl) und ihr Whiskey Porter. Dass meine Vorliebe genau nach Anzahl Hektoliter umgekehrt sortiert ist, ist selbstverständlich purer Zufall. Oder ?

Kanton Appenzell

Die ambitionierte und erfolgreiche Brauerei Locher (160’000 hl und bald mehr als 200’000) konnte mich mit ihrem Glühbier überhaupt nicht überzeugen. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass ich so was kaum trinken kann, egal welche Brauerei das produziert.

Kanton Bern

braubarGanz logisch, dass Bern mit 27 neuen Bieren quantitativ dominiert hat: nicht nur wohne ich hier aber vor allem hat dieser Kanton mit 94 eindeutig am meisten Brauereien von allen.

Während Aare Bier mit ihrem Dunkel ihre Biervielfalt-Allergie weiterhin bestätigt, sieht es bei den anderen ganz anders aus und sogar Hasli-Bier – die ihren ungeschickt gewählten Name ganz gerne verschwinden lassen würde – zeigt mit ihrer neuen Marke “49er” endlich ein bisschen was (Imperial Stout, Red Ale und Draft Beer).

Bei Barbière konnte ich 5 neue Biere entdecken. Das IPA Equinox, das Ali und das Mosart sind wirklich empfehlenswert. Und die anderen sind nicht weit hinten.

Dass Blackwell bei mir nicht automatisch einen Volltreffer bedeutet, zeigte das merkwürdige (aber nicht nur) Tannenbaum Effect 2.0 Brown Spruce IPA. Aber sowohl das Huell Melon T’Artagnan Berliner Weisse wie auch vor allem das Shishiga Universal Stout (Platz 2 des Monates) konnten den Eindruck meisterlich wiederherstellen. Wohlgemerkt: es sind 14,2% Alkohol Unterschied zwischen diesen 2 Bieren …

BRAUBAR macht gute Sachen, sehr gute sogar ! Das Hop Burst und das Later Red waren die Highlights unter den 4 neuen Bieren, die ich trinken konnte.

bryggerolRoger Brügger, der erste Schweizermeister der Bier-Sommeliers , steigt dank seinen exzellenten American IPA Nelson S. und I Bleed Black in meinem Ranking der Schweizer Brauereien weiter auf: Brygger Øl wird es wohl bald in der Top 20 schaffen und es könnte wohl weitergehen.

Immer gut, präzis und interessant: Burg Braui und das Mentha.

Nicht weit von meinem Wohnort entfernt, Patrick Domenig von Chicco-Bräu (Nidau) zeigt sein Können von Anfang an: Hoppy Pale Ale, Nelson lager und Nelson Weizen.

chiccoSein Pale Ale sorgte scheinbar für diverse Reaktionen, war für mich aber ok: Danidrinks.

Eine weitere neue Brauerei aus meiner Region ist la Courtysane (Courtelary). Ich hatte bis jetzt nur ein Bier, das überdurchschnittliche Teresina und freue mich schon auf weitere Sorten.

Drei neue Biere von mein Emmental (ä Böbu, ä Düderler und ä Röbu) konnten die Enttäuschung von letzten Mal teilweise korrigieren, ohne jedoch eine grosse Überzeugung bei mir zu bewirken.

Kanton Graubünden

surselvaDie Brauerei Engadiner Bier überzeugt mit Morteratsch Bier und Pöstli Bräu nach wie vor. Dies ist weniger der Fall bei Surselva Bräu: die 2 Biere, die sie für das Benediktiner Kloster Disentis brauen – St. Placi Goldhelles Spezial und Weizenbier – sind ungenügend bis durchschnittlich.

Kanton Jura

Von vielen vergöttert und ebenfalls von vielen unverstanden, da ist sie: l’Abbaye de Saint Bon-Chien in seiner Grand Cru Version 2014 (Frenchy Sparkling Wine) von BFM natürlich. Da dieses Bier den ersten Platz des Monates belegt, ist wohl klar in welcher Kategorie ich mich befinde.

Kanton Luzern

Hier konnte sich Goliath-Eichhof – mit seinem erstaunlich gut gelungenen Kulturbräu – gegen David-Sankt-Maria – und sein betrübliches No7 Weizen Dunkel (NB schlechtes Bier des Monates) – klar durchsetzen.

Kanton Sankt-Gallen

kornhausEin korrektes Bier von Kornhausbräu (der Herbst) und ein ebenfalls korrektes Bier von Sonnenbräu (Annett’s Büezer). Schlechtes Wetter hingegen bei Stadtbühl mit dem miserablen Zwickel und dem noch schlimmeren Minimal. Hilfe …

Wie man es richtig macht, zeigt die Brauerei Sennbräu mit 5 guten bis sehr guten Bieren wie das Farmhouse Ale und das Landbier.

Kanton Thurgau

barfussEine neue und ziemlich gute Brauerei zuerst mit Barfuss (Black Monkey, Secret Service und Sleeping Bear) und dann eine neue (wobei nur für mich, da diese seit 2005 gibt) und ziemlich schlechte Brauerei mit Element (Feuerkelch, Kloster und Pils). Stolz sein, nach Reinheitsgebot zu brauen, genügt wohl nicht …

Ein sicherer Wert in diesem Kanton bleibt weiterhin das Brauhaus Sternen mit seinem Rauchbier.

Kanton Tessin

rudbirHier konnte ich ebenfalls 2 neue Brauereien entdecken, beide recht gut !

Bei Birra Schmid haben mich sowohl das Coast Ale wie auch das Dry Stout überzeugt. Bei Rud Bir war es mit dem Imperial und dem Stellare sogar noch besser.

Von Bad Attitude (Birrificio Ticinese) konnte ich das sehr gute Strange Love wie auch das anständige Grauvogel verkosten.

Kanton Waadt

tempsDieser Kanton zeigte eine starke Präsenz mit nicht weniger als 15 neuen Bieren und vor allem 4 neuen Brauereien ! Fangen wir mit diesen an:

  • die Brasserie du Temps ist viel versprechend mit Bieren wie vor allem Tempérance und Boule à Neige.
  • gut ebenfalls die Brasserie la Drêche mit seinem Kürbis-Bier Ale’Oween (und es braucht schon was, damit ein solches Bier mich anspricht)
  • interessant und gut gemacht war das Car Rouge von Echec & Malt
  • hingegen war das Bjer von Concorde ein Versager

nebuleuseDa wir gerade bei den Enttäuschungen sind, fahren wir gerade weiter:

Dann, bessere Produkte mit dem Bière Rousse au Gingembre von Cathélaz, Caribou von la Nébuleuse, Grand Cru 2013 von les Faiseurs de Bière (eine jetzt leider geschlossene Pionier-Brauerei) und vor allem Tropicale IPA von Trois Dames.

Kanton Wallis

tardivWenn ich an diesen Kanton denke, kommen mir zuerst 2 Sachen in den Sinn: zu viele bescheidene bis sogar schlechte Brauereien einerseits und die vermutlich innovativste Brauerei der Schweiz andererseits (doch, doch, es gibt schon was inzwischen)

Als Vertreter der erste Kategorie traf ich das arme Bonnefille la Rousse von Tardiv, während mich nicht weniger als 8 neue Biere von Brasserie des 5 Quatre Mille mehr als glücklich gemacht haben (die besten waren Mosaic is Back, 3xC Porter und Session IPA).

Kanton Zürich

Nicht wirklich begeistert hat mich die Entdeckung der Brauerei Aathaler-Bräu. Die 5 Biere, die ich erhalten konnte, schwankten zwischen leicht überdurchschnittlich (Black Bull Irish Stout und Ginger Ale) und schlecht (Pale Ale). Verbesserungspotential ist klar vorhanden.

wehntalVon der 2. für mich neuen Brauerei des Kantons, Braumanufaktur Sunneberg, hatte ich nur ein Bier: Red Ale. Es war aber gut und ich hoffe schwer, bald neue Sorten finden zu können.

Vier neue Biere aus Bierzunft Wehntal haben meinen sehr mässigen Ersteindruck – der 3 jährig war – meisterlich verbessert ! Biere wie Ekaterina, DIPA oder Brown Ale sind einfach exzellent.

Gut ebenfalls war das Imperial IPA von Doppelleu und noch besser das neue Storm&Anchor IPA.

turbinenEine Stufe tiefer, jedoch weiterhin ok, findet man Turbinen-Bräu und sein Cortina sowie UG Bräu (UG-Maibock und UG-Sauer Alt).

Wie immer ganz stark war die zweitbeste Brauerei im Kanton – Gutknecht’s Hammer-Bier – mit Choco-Chili-Porter, Rhubarby Doppelbock und XXl IPA.

cheers !

ch-bfm-cuvee-du-7eme-usa-version

One of the very first Swiss IPA !

Some years ago, as the craft beer scene in Switzerland was babbling (OK, it still is, mind you …) I thought that the missing link between good beers and the potential beer aficionados could be Stout. In my mind, as many people do like chocolate and coffee flavors, this beer style could well become the gateway introducing them to the new world of craft beers. I didn’t think about IPA because the majority of the persons pretending to dislike beers were (and still are) complaining about bitterness.

As we can realize it in Switzerland since about 3 years, I was just plain wrong, mainly because I fully underestimated the (mainly subconscious) aversive preconception of people for dark beers. On the contrary, the declared aversion for bitterness is mostly subjective and nonexistent: you can see a person complaining about a 15 IBU lager being too bitter while the same will appreciate a 65 IBU IPA where the bitterness has been well-packed with fruity or flavors.

So the role eventually went to India Pale Ale. And how ! So much in fact that some beer geeks (and I’m part of it sometimes) are irritated to see most of the breweries rushing to present an IPA. The fact is that IPA has been the most represented style among my beers tasted from Switzerland for 4 consecutive years now. Here is a graph helping you visualize this trend:

IPA_graphBesides the amazing inflation since 2011, the drop from 13.2% to 10.2% between 2013 and 2014 must also be noticed. There appears also to be hope for the guys who cannot stand this hype ;-).

ch-meisibraeu-teufelshopfen

Meisibräu Teufelshopfen or IPA in Obwalden (2006)

A common misconception is that IPA was a style of beer specifically invented for the voyage to India. So please, instead of repeating this to your next friend or publish it on your homepage, take a look at the great researches from the excellent Pete Brown.

As I really doubt any IPA has ever been brewed and commercialized in Switzerland during the past centuries, the very first one was probably the Hopfenbombe Tribute to Cascade from the legendary Bäre-Bräu (1998-2004) in January 2002. However… one may object that this beer was not an IPA as it was bottom fermented, so more an Imperial Pils or, what I personally prefer to call, an IPL (India Pale Lager). So the title of the first IPA could well be claimed by the Blonde Hufi 59 from the highly unknown brewery of La Laiterie (2002-2005),  just ahead of the BFM with its Cuvée du 7ème or the Officina della Birra with its Chiara Extra Hops, all three available between Summer 2004 and Spring 2005. One year later, in 2006, appeared BeSte IPA, Trois Dames IPA as well as Meisibräu Teufelshopfen.

This beer style remains a taboo for the national breweries and has only been – until now – approached very cautiously by those of regional size. One thinks of the attempts of Sonnenbräu with its Craft1 (bottom fermented, 2013), Turbinenbräu and its Rotterdam-Mumbai Orion (very limited release, 2013) or, one size smaller, of the ominous Henri Schiffmann from Burgdorfer (2014), the Single Hop Black Ale and the India Pale Ale from Doppelleu (2013) or the Unser Bier Aypiey (2012). Few candidates and even fewer potential medalists …

It’s time now to take a look at my top ten which contains also retired beers, as well as Black IPA, India Pale Lagers and Imperial IPA. But just before that, I would like to mention some beers which just could not make it to the top ten, yet fully deserve lot of attention due to their high qualities:

Now to the top ten:

name brewery alc. comments
10th India Pale Ale Barrique 2010 Trois Dames 6.3% A one-time variation of their standard IPA. Aged for three months in pinot gris barrels.
9th Cuvée du 7ème BFM 7.5% Combines six types of aromatic hops (I’m sure Jérôme intentionally dropped a 7th type just to make people talking about it …). The single remaining bottle in my cellar is not sufficient to reconsider its availability …
6th Nelson Storm&Anchor 8.1% A great single hop IPA with flavors of litchis, grapefruit and pineapple. Future availability pretty uncertain.
Bière de Zinal Baltic IPA Brasserie des 5 Quatre Mille 7% Red fruits, notes of coffee, licorice and much more in this beautiful and strong (9.6%) Black IPA.
Strong Ali Barbière 6.5% A complex Black IPA featuring dark fruits, herbs and licorice flavors. Hopefully they will brew it again.
5th American Ninja 523 8.37% Seasonal. A Black IPA with lot of class and character from a new and hugely talented brewery. Nugget, Warrior and Sorachi Ace as well as 89 IBU and 8.37% alcohol are working together for your pleasure.
4th XXA Xtra Strong Ale Bier Factory Rapperswil 6.7% Available since 2010, this complex and beautiful 60 IBU IPA remains as a benchmark for the other Swiss beers of this style.
1st Black Storm&Anchor 8.1% Using smoked malts, this wonderful Black IPA is for me the best beer among the numerous good ones from this brewery. Its future availability will depend on Tom’s mood …
Hop Suicide! Blackwell 7.6% Complex, fruity and very bitter (120 IBU). Looks unfortunately to remain a one-time release as the Blackwell crew is moving on at the speed of light to other projects.
Hopfenbombe Tribute to Cascade Bäre-Bräu 5.4% Retired as the brewery closed in 2004. Although bottom fermented, this beer has been the first – in 2002 – to really feature hops in a Swiss beer.

cheers !

Yes, it’s time again ! Time to look over my shoulder and tell you how my past year looked like.

But before, I still owe you my report of November and December. Yes, I know I’m late but I have been quite busy … and lazy. The latter a bit more than the former ..

Both months have been pretty generous ones, particularly December, boosted by the festival in Chur. It resulted in a very high number of new Swiss breweries tasted: 16. Here are they (alphabetically sorted; you’ll have to wait a bit for my biased evaluation ;-)): Basiliske Bier, biergarage.ch, BRAUBAR, Braubude Basel, Brygger Øl, Büchler zu Mägenwil, Brasserie des Coudres, Drei Tannen, Full Measure, la Gerboise, HERMANN Bier, Seegal-Bräu, Stadtbier Chur, St. Johann, Thurtalbräu and Welteneis.

my beer number 10'000

my beer number 10’000

One beer among the ones from these breweries even made it to my monthly top 3, i.e. the amazing Sorachi Berliner Weisse from Full Measure (Bern), ranking number 1 in December equally with the Black Tokyo Horizon, a BrewDog/Nøgne Ø/Mikkeller collaboration and btw my beer number 10’000. November has been even better for Switzerland with the 523 Adriano’s Brown 3 Of A Kind ABA Edition Hops (third) and the Blackwell Hop Suicide! (first). More details about the beers I have tasted in November and December or about the Beer of the Month rankings are here and here to be found.

But now it’s time to widen the scope and to have a look at the whole past year.

St. Vincent & the Grenadines: one of the 4 new countries in 2014

St. Vincent & the Grenadines: one of the 4 new countries in 2014

It had to come once: 2014 has been the first year since 2005 during which I have not sampled more new beers as the year before. Looks like I have reached my appropriate cruising speed now. In a total of 970 new beers tasted (from 40 different countries), Switzerland is of course accounting for a big part of them with 470. The next most represented countries are far behind: the USA (81), Belgium (62), Germany (42) and France (39). Worth notice is a pleasant number of new countries discovered: Mozambique, St. Vincent & the Grenadines, Zambia and Aruba. But this enjoyable “Magellan-task” is getting harder and harder every year, especially for a guy 4th on the “most countries rated” ranking of Ratebeer.

My favorite country has been the USA quite clearly ahead of Scotland, Switzerland, Belgium and the Netherlands.

The alcohol average of all beers tasted stayed pretty much the same with 6.4% (was 6.5% in 2013) and we can find almost the same usual suspects as last time on the top of the alcohol average scale: the Netherlands (9.7%), New Zealand (9.4%) and Norway (8.6%). Regarding Switzerland this average rose significantly from 5.8% to 6.1%.

I got beers from 409 different breweries (4 fewer than last year) and the most represented have been BrewDog (31), De Proef (30), Brasserie des 5 Quatre Mille (17), Storm&Anchor (16) and De Molen (15).

After ranking third in 2012, then second in 2013, Storm&Anchor finally did it and reached the first place as my favorite brewery of 2014 ! Here is how the top ten looks like with no fewer than 6 Swiss breweries present!:

Brewery of the Year !

Brewery of the Year !

1. Storm&Anchor
2. 523
3. De Molen
4. Brasserie des 5 Quatre Mille
5. BFM
6. BrewDog
7. Burg Braui
8. Blackwell
9. Mont Salève
10.Hoppin’ Frog

For the fourth consecutive year now the most represented style has been IPA again (81 beers). “Spice/Herb/Vegetable” follows with 60, then American Pale Ale (46), Imperial Stout (43) and Fruit beers and Imperial IPA with 37 each. On the other end 2 styles (on a total of 68) remain without ambassador for 2014: German Kristalweizen and Czech Pilsner (Svetlý). So if any brewer reading this would like to give it a try … (though, thinking about it: do I really want to drink a Kristalweizen ?)

This leads us to my favorite styles in 2014. No surprises here: Imperial Stout still excites me the most and is clearly ahead of the pack. If the second place of Black IPA is no revolution either, I was not awaiting Saison to make it to the third rank. Then follow Imperial IPA and Sour Ale. At the bottom and still failing to please me, we can find Low Alcohol (i.e. beer equal or less than 2.5% alcohol), Pale Lager and clearly on last position, “Radler/Shandy”. What a surprise …

Let’s now have a closer look to Switzerland.
During the last 12 months, an amazing number of 88 new breweries have started what constitutes a clear new record (at least since the last 130 years). It’s an evidence that there is no way for someone to keep a complete overview and I consider my personal discovery of 44 new breweries as a very respectable performance. As always, I have classified those new breweries but for the first time I have used my new calculation method which takes into account different factors and is computed as follows: (n / (n+m)) * R + (m / (n+m)) * C
where
C = the midpoint of my scale (11)
R = rating average of the brewery
n = number of beers tasted from this brewery
m = the minimum of beers required to enter the list (3 for the moment)
Based on this, my top 3 new breweries in 2014 is looking like this:

Best new Swiss brewery in 2014 (of course ...)

Best new brewery in 2014 (of course …)

1. 523
2. Burg Braui
3. Birreria Pacific

My congratulations to these artists !

I would like to close the chapter of the best breweries of 2014 with my top ten from Switzerland (6 of them already appeared above by the international top ten):
1. Storm&Anchor
2. 523
3. Brasserie des 5 Quatre Mille
4. BFM
5. Burg Braui
6. Blackwell
7. Old School
8. Birreria Pacific
9. Barbière
10.Full Measure

Frankly, if some of them are unknown to you, you have to close this gap as soon as possible !

Finally, here are the top ten Swiss beers of 2014:

Tied for first place in the category "best Swiss beers"

Tied for first place in the category “best Swiss beers”

1. BFM Procrastinator 2
1. Blackwell Vanilla Polunocnica Sweet Imperial Stout
1. Blackwell Hop Suicide!
4. BFM Abbaye de Saint Bon-Chien Grand Cru 2012 (Merlot Cabernet Sauvignon)
5. Full Measure Sorachi Berliner Weisse
6. Burg Braui Rosmarinus
6. 5 Quatre Mille Bière de Zinal Imperial Milk Stout Crème Brûlée
8. 523 American Ninja
8. 5 Quatre Mille Bière de Zinal Imperial Red Fruits
10.Storm&Anchor Citra Saison

And the top ten (OK, eleven…) of 2014 worldwide:

Best beer in 2014

Best beer in 2014

1. Russian River Shadow of a Doubt
2. BFM Procrastinator 2
2. BrewDog Black Eyed King Imp
2. Blackwell Vanilla Polunocnica Sweet Imperial Stout
2. Blackwell Hop Suicide!
6. Mont Salève Nouveaux Mondes
6. Marshall Wharf Cant Dog
8. Companyia Cervesera del Montseny Nomada Moose Islay
8. BrewDog Cocoa Psycho
10.Against the Grain the Green Dragon
10.BFM Abbaye de Saint Bon-Chien Grand Cru 2012 (Merlot Cabernet Sauvignon)

This yearly review would not be complete without taking a look to the origins of the beers I have sampled. “How can you find that many new beers every time?” is a question some unexperienced beer aficionados keep asking me all the time. Once again: nowadays this is easy, freaking easy … Here is from where I got my 970 new beers in 2014:

origins_2014

Once again and despite being clearly less important than the year before, my main source is the amazing Erzbierschof bar. An urban legend even says that a barkeeper bought a new car thanks to my tips … I got fewer beers from festivals (17% in 2013) and from trades (18%) too. On the other side, beers I got from friends (11% in 2013) and from the brewers (9%) have massively increased and are now together accounting for one third of all my beers ! Believe me: it’s a fact I really appreciate … Many thanks to all and a special mention to the kings of the respective categories: Anton Flükiger, Julien Brändli, Antonio Rey, Apothibières, Philipp Sigg and Thomas Schneider. And please be assured I have not forgotten all the others !

cheers !

Es ist soweit: die Zahlen des Schweizer Biermarkts wurden gerade veröffentlicht (das Pressecommuniqué ist hier nachzulesen).

Ohne Überraschung ging die Mehrheit der Zunahme vom gesamten Biermarkt (63’200 Hektoliter) zugunsten der Bierimporte (51’536). Diese bauen also ihren Markanteil weiter auf 26.8% auf. Obwohl das Wachstum im Vergleich auf das vom letzten Jahr mässig auffällt, kann ich die Meinung von Marcel Kreber – Direktor Schweizer Brauerei-Verband – keinesfalls teilen, wenn er diesbezüglich sagt “Es scheint, dass eine Abflachung der Entwicklung eingesetzt hat.” Die folgende Grafik, die die Entwicklung der Bierimporte und des Inlandausstosses darstellt, zeigt dass die Sorgen des Brauerei-Verbands betreffend Zunahme der Importe bei weitem nicht vorbei ist:

graph-prod-import

Jedoch sieht es so aus, als ob ausnahmsweise das sympatische Duopol Carlsberg/Heineken wenig Verlust (ich rede natürlich über Hektoliter) hinnehmen mussten. Unter den Brauereien, die in 2014 weniger produzieren als das Jahr zuvor, können noch Schützengarten und Rugenbräu mit je 2’000 hl Verlust erwähnt werden. Bei den “Siegern” findet man sehr viele Brauereien wie zum Beispiel Felsenau (+10%), Doppelleu (mit +200% auf 15’000 hl), Burgdorfer (+12%) und Aare Bier (+11%).

Der Schweizer Biermark 2014 sieht also folgendermassen aus:

biermarkt2014

Für 2015 sind die folgenden Entwicklungen erwartet:

  • Ramseier, die zurzeit grösste unabhängige Brauerei der Schweiz, hat 4 Millionen in einer neuen Dosenabfüllanlage investiert (seit Juni 2014 im Betrieb). Ziel damit ist unter anderen, die in Deutschland gebrauten Landi Farmer Dosenbieren im Hochdorf produzieren zu können. Falls alles klappt und mit einer Kapazität von 28’000 Dosen pro Stunde, steht ein schönes Wachstum in Sicht.
  • Ebenfalls tut sich bei der Brauerei Locher was: sie wird – vermutlich noch in 2014 – mehrere neue Lagertanks an einem neuen Standort am Nordeingang von Appenzell in Betrieb nehmen. Die Kapazitätsgrenze von 160’000 Hektoliter am alten Standort gehört also bald der Vergangenheit an und man rechnet bald mit einer Produktion von über 250’000 Hektoliter. Der Kampf um den Titel der grössten unabhängigen Brauerei der Schweiz wird also spannend …
  • Als wichtiger Akteur der Schweizer Bierszene profiliert sich Doppelleu nach erst 3 Jahren (!) immer mehr. Sie baut ihre Brauerei für 5 Millionen Franken aus und soll ab nächstem Jahr bis zu 35’000 Hektoliter produzieren.

 

cheers!

 

crimes_1Die Rebellen waren nach ihrem letzten Angriff (siehe “Gesetz, “richtiges Bier” und Quatsch”) selbstbewusst: die falsche Information betreffend einer Invasion des bayerischen Reinheitsgebots in der Schweiz wurde definitiv gestoppt und die Bier-Freaks in unserem Land konnten wieder aufatmen.

Oder ?

Schön wär’s ! Der unermüdliche Hr. 1516 (sorry, aber da er seine Artikel weiterhin nicht unterschreibt …) hat vermutlich gedacht, dass er mit seinen Fehlern und Widersprüchen noch nicht zu weit gegangen war und nutzte seine Plattform (Oktober-Ausgabe von “BIER”) um mich platt zu machen. Hier sein Artikel:

Aufregung.
In der August-Nummer unseres Fachorgans BIER schrieben wir, dass in der Schweiz das Reinheitsgebot gelte, und somit von Gesetzes wegen nur Bier ist, das keine «fremden» Stoffe wie zum Beispiel Banane, Zimt oder Mango enthält. Das ist einem der besten Bierkenner, nämlich Philippe Corbat, sehr sauer aufgestossen. In seinem Blog holte er unter dem Titel «Richtiges Bier, Gesetz und Quatsch» zu einem  donnernden Rundumschlag gegen unseren Text aus (http://bov-beers.wordpress.com/). Über eine gewisse Strecke liest sich der Blog noch recht amüsant. Allerdings hat Corbat unseren Text nicht genau gelesen. Wir haben nämlich nie gesagt, dass Bier, welches nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut wurde, schlecht sei. Wir haben nur gesagt, dass in der Schweiz das Reinheitsgebot gilt. Und dieses ist eben gesetzlich festgeschrieben. Und zwar steht das in der «Verordnung über alkoholische Getränke». Dort heisst es im «6. Kapitel: Bier» in Artikel 41 unter dem Randtitel «Definition»:
1 Bier ist ein alkoholisches und kohlensäurehaltiges Getränk, das aus mit Hefe vergorener Würze gewonnen wird, der Doldenhopfen oder Hopfenprodukte zugegeben werden.
2 Die Würze ist aus stärke- oder zucker-haltigen Rohstoffen und aus Trinkwasser hergestellt.
3 Hopfenprodukte sind Hopfenpulver, angereichertes Hopfenpulver, Hopfenextrakt, Hopfenextraktpulver und isomerisierter Hopfenextrakt.
Mit dieser Definition sagt der Gesetzgeber klipp und klar, dass Bier in der Schweiz Alkohol, Kohlensäure, Wasser, Hefe, Hopfen und Malz (Würze) zwingend enthalten muss – nicht mehr und nicht weniger. Unter dieser gültigen Definition ist folglich ein «Bier», das einen zusätzlichen Bestandteil wie Banane enthält, kein Bier. Und ein «Bier» das keinen Alkohol enthält, ist eben auch kein Bier. So steht das nun halt einmal im Gesetz, Herr Corbat. Und damit ist kein einziges Wort gegen all jene neuen Klein- und Kleinstbrauereien gesagt, die ihr Gebräu aromatisieren – so lange es dem Biertrinker gefällt.”

Ehrlich gesagt weiss ich heute noch nicht, ob ich über eine solche Sache weinen oder lachen muss … Dies kommt mir wie eine Diskussion mit einem religiösen Fundamentalist vor und obwohl man Fundamentalisten nicht zur Vernunft bringen kann, fühle ich mich (leider) irgendwie verpflichtet, nochmals zu reagieren.

Zuerst möchte ich Hr. 1516 beruhigen: doch, ich habe seinen Text genau gelesen. Die Publikation des Artikels von Ron Pattinson, die zum Ziel hatte, die Irrelevanz des Reinheitsgebots bei der Qualität eines Bieres zu zeigen, war keine direkte Antwort an Sie, Hr. 1516. Obwohl, Sie haben zwar nicht geschrieben, dass Biere die nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut werden schlecht sind, jedoch – seien wir zusammen ehrlich – diese als “keine richtige Biere” zu bezeichnen, klar als viel schlimmere Abwertung gilt.

crimes_2Die unvollständige Zitierung der Verordnung über alkoholische Getränke – Weglassung vom Artikel 42 wo andere Cerealien explizit erlaubt werden, was einem Teil seines August-Artikels entgegensteht – lässt fast die Aufrichtigkeit von Hr. 1516 anzweifeln.

Die Tatsache, dass der Artikel erneut nicht unterzeichnet ist könnte bedeuten, dass der Vorstand der Gesellschaft zur Förderung für Biervielfalt mit dem Autor einig ist. Oder eben dass über die publizierten Artikel nicht diskutiert wird … Dies ist zum Glück nicht mein Problem.

Bleibt aber der Kern des Themas und die rekurrente Behauptung von Hr. 1516: gemäss Gesetz in der Schweiz darf Bier nur aus Alkohol, Kohlensäure, Wasser, Hefe, Hopfen und Malz bestehen. Sein Phantasma will er mit der oben erwähnten Verordnung begründen. Ich auch … will aber kein “nur” sehen wo keines steht.

Da es mir klar wurde, dass meine Wenigkeit wohl nie Hr. 1516 überzeugen wird, habe ich mich entschlossen, die Frage direkt der Sektion Tabak- und Bierbesteuerung der Eidgenössischen Zollverwaltung zu stellen. Die Antwort vom Fachspezialist ist äusserst vollständig und schliesst diese peinliche Diskussion definitiv ab (wobei … wenn man gegen Realitätsverweigerung kämpft ist man nie sicher …). Hier ist sie:

ezv“Sehr geehrter Herr Corbat
Besten Dank für Ihre Anfrage. Es ist so, wie Sie es beschreiben. Das deutsche Reinheitsgebot gilt in der Schweiz nicht.
 
Man kann die Angelegenheit von mehreren Seiten betrachten. Von einer lebensmittelrechtlichen, von einer Zolltarifarischen und von der Biersteuerseite.
 
1.)   Das Biersteuergesetz (BStG) definiert in Art. 3 was als Bier gilt.
       Das Bier aus Malz (Zolltarifnummer 2203)
       Mischungen von Bier aus Malz mit nichtalkoholischen Getränken oder mit ausschliesslich durch Vergärung gewonnenen alkoholischen Produkten (Zolltarifnummer 2206)
       Das alkoholfreie Bier (Zolltarifnummer 2202)
 
2.)   Wenn wir nun den Zolltarif TARES (Gebrauchstarif) betrachten, lesen wir in der original französischen Sprachversion unter der Tarifnummer 2203 folgendes:
[Die deutsche Version ist hier zu lesen (bis nach 2203 scrollen): http://www.ezv.admin.ch/pdf_linker.php?doc=Tares_d6_22&lang=de “Bov”]
 
Bières de malt
La bière est une boisson alcoolique qui s’obtient par la fermentation du moût préparé avec du malt d’orge ou de froment, qu’on a fait bouillir en présence d’eau avec généralement du houblon. Certaines quantités de céréales non maltées (maïs et riz, par exemple) peuvent éventuellement être utilisées pour la préparation du moût. L’addition de houblon a pour effet de développer des principes amers et aromatiques et de permettre une meilleure conservation du produit. Elle est parfois aromatisée en cours de fermentation à l’aide de cerises ou d’autres produits.
On ajoute parfois à la bière des sucres, des colorants, du dioxyde de carbone ou encore d’autres substances.
Selon les procédés de fermentation employés, on peut avoir: les bières de fermentation basse, obtenues à basse température avec des levures dites basses et des bières de fermentation haute obtenues à une température plus élevée avec des levures dites hautes.
Les bières peuvent être claires ou foncées, douces ou amères, légères ou fortes; elles se présentent ordinairement en fûts, en bouteilles ou en boîtes hermétiquement closes et peuvent aussi être commercialisées sous les appellations de ale, stout, etc.
Cette position comprend également les bières concentrées qui sont préparées en concentrant dans le vide, jusqu’à 1/5 ou 1/6 de leur volume, des bières, en général peu alcooliques, mais très riches en extrait de malt.
N’entrent pas dans cette position:
a)    Certaines boissons qui, bien que parfois appelées bières, ne contiennent pas d’alcool (par exemple, celles obtenues avec de l’eau et des sucres caramélisés) (no 2202).
b)    Les boissons appelées “bières sans alcool”, qui sont des bières de malt dont le titre alcoométrique volumique a été ramené à 0,5 % vol ou moins (no 2202).
c)    Les médicaments des nos 3003 ou 3004.
Notes explicatives suisses
Cette position comprend, outre les bières de malt d’orge ou de malt de froment mentionnées dans les Notes explicatives du SH, les bières produites à partir d’autres céréales maltées, telles que les bières à base de malt de mil.

 

Die deutsche Sprachversion wird demnächst angepasst, da diese in Bezug auf die Hopfenzugabe nicht exakt dem Originaltext gemäss dem Tarif nach dem harmonisierten System entspricht.
 
Wir besteuern ein Bier als Bier auch wenn es aus weiteren Zugaben ausser Wasser, Malz, Hefe und Hopfen besteht. Es würde auch als ein Bier eingereiht und besteuert, wenn keine Hopfenzugabe erfolgt worden wäre, dafür ein anderes Kraut (Himbeerblätter, Fichten-/Tannsprossen, Enzian, Wermuth, evtl. Bilsenkraut…) um ihm die gewisse Würze zu verleihen, damit es genussfertig ist. Nach unserem Wissen wird in der Schweiz bis jetzt jedoch kein Bier gebraut, dem gar kein Hopfen zugegeben wurde. Es wurde bis jetzt auch noch keine offizielle Tarifeinreihung angefragt. Die zolltarifarische Einreihung und die Besteuerung (Biersteuer) ist in diesem Bereich allerdings per Definition nicht deckungsgleich mit dem Lebensmittelrecht (mit/ohne Hopfen).
 
Zudem wäre hier ein Bier aus Spontangärung ohne Hefezugabe ebenfalls ein Bier. Wenn ich mich nicht täusche kam die zwingende Hefezugabe im deutschen Reinheitsgebot erst später dazu, nachdem die Wirkung der Hefe nachgewiesen war.
 
Es würde sich die Frage stellen, wann ist ein Bier ein Bier und wann ein Biermischgetränk. Beides wird jedoch gleichermassen besteuert.
 
Man könnte die Unterscheidung wie folgt definieren:
 
Als Biermischgetränke der TN 2206 gelten insbesondere Biere, denen nach der Gärung Fruchtsäfte, Fruchtsaftkonzentrate, Limonaden oder andere vergorene Getränke beigemischt wurden.
Bei Bieren mit Aromastoffen (z.B. Rumaroma, Zitronenessenz, Ingwerauszüge usw.) ist der Zeitpunkt der Zugabe dieser Stoffe unerheblich. Sie bleiben als Bier in der TN 2203 eingereiht (aromatisierte Biere).
Ebenfalls in der TN 2203 eingereiht bleiben Biere, denen während des Gärprozesses anstelle des Hopfens Hanf beigegeben oder vor der Fertiggärung ein Hanf-Aromastoff beigemischt wurde.
Bier mit einer Zugabe von Früchten vor oder während der Gärung (z.B. Kirschen) bleibt ebenfalls in der TN 2203 eingereiht.
 
Nach unserer Ansicht schliesst das Lebensmittelrecht eine Zugabe weiterer Stoffe im Bier nicht aus, solange die Inhaltsstoffe nicht eine unerwünschte, eine täuschende oder den Konsumenten gefährdende Wirkung erzeugen. Diesbezüglich ist das Lebensmittelgesetz (LMG; SR 817.0), die Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV; SR 817.02) und auch die Verordnung des EDI über alkoholische Getränke (SR 817.022.110) und die Verordnung des EDI über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln (LKV; SR 817.022.21) zu beachten. Zuständig ist in diesem Bereich das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Auskünfte erteilt auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG), Direktionsbereich Verbraucherschutz.
 
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben.”

 

cheers !

unserbieristreinDer erste Schuss war diskret.

In der Februar-Ausgabe der Zeitung „Bier“ (Publikationsorgan der Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt) konnte man lesen: „In der Schweiz gilt das Reinheitsgebot ebenfalls.“ Peng ! Kurz und prägnant. Und natürlich falsch. So falsch und lächerlich, dass ich mich entschloss, nicht direkt auf diese Aussage zu reagieren, sondern eher einen Artikel vom Bier Historiker Ronald Pattinson über das Reinheitsgebot auf meinem Blog zu publizieren. In diesem Artikel wird vor allem der Mythos einer angeblichen höherwertigen Qualität der „Reinheitsgebot-Bieren“ auseinander genommen. Ein wichtiger Punkt, da diese merkwürdige Idee noch in zu vielen Köpfen – auch in der Schweiz – gesteckt ist. Dass das Reinheitsgebot in der Welt und auch in der Schweiz gesetzlich für die Definition von Bier irrelevant ist, soll doch jeder wissen.

Schön wär’s ! Die 2. Salve wurde gerade in der August-Ausgabe abgefeuert. Schauen wir doch diesen Artikel zusammen an.

Zurzeit mehren sich in den Gazetten und Blogs die spitzen Bemerkungen gegen das Reinheitsgebot. Das Reinheitsgebot sei zum Einheitsgebot verkommen. Der Bierkonsument verlange nach Abwechslung, nach Geschmackserlebnissen, nach Überraschungen und Verfremdungen, wird keck behauptet.

In dieser Einleitung gibt der unbekannte Autor (der Text ist nicht unterschrieben) – weiter hier als Hr. 1516 genannt – den Ton an. Man spürt seine Meinung: das Reinheitsgebot hat nicht zu einheitlichen Biere geführt. Doch, indirekt schon. Obwohl – wie er dies richtigerweise später schreibt – mit nur Wasser, Hopfen, Malz und Hefe sehr viele verschiedene Biere sich brauen lassen, ist es in Deutschland nicht der Fall. Das langjährige Beharren an eine Gleichung „Reinheitsgebot=gutes Bier“ hat viele deutsche Brauer erlaubt, die forgetrgProduktionskosten zu drücken und billige Einheitsprodukte als „hochwertig“ zu vermarkten. Die angebliche Überlegenheit, die durch das Reinheitsgebot verliehen wurde, führte Deutschland zu einer Abkapselung sowie eine Abwertung der anderen Braukulturen. Aus diesen Gründen hat Deutschland sehr lange die Revolution der Bier Welt ignoriert (wieso nicht, sie waren ja in ihren Augen die Besten) und steht heute Meilen weg von vielen Ländern wie zum Beispiel die USA, Dänemark oder Italien um nur wenige zu nennen. Es mag aber so viel Biervielfalt mit Einhaltung des Reinheitsgebots möglich sein, eine Tatsache bleibt evident: mit zusätzlichen Bestandteilen erreicht man noch vieles mehr.

Dann scheint Hr. 1516 das steigende Interesse der Bierkonsumenten an Geschmackserlebnisse anzuzweifeln. Tja, ich kann ihm nur empfehlen, Bierbars und Bierfestivals zu besuchen. Und vielleicht auf das Oktoberfest zu verzichten …

Es geht natürlich weiter:

Zur Erinnerung: Das Reinheitsgebot gilt in Bayern und besagt, dass nur Wasser, Hopfen, Malz und Hefe ins Bier dürfen.“

Ohhhh ! Sechs Monate nach dem ersten Artikel musste das Reinheitsgebot den Rückzug aus der Schweiz antreten. So schnell kann dies gehen. Aber, lieber Hr. 1516, in diesem Fall heisst es nicht „Zur Erinnerung:“ sondern „Korrektur:“. Es sei denn, der erste Artikel war nicht von Hr. 1516 und in diesem Fall ist noch eine Richtigstellung vom Redaktor überfällig ;-)

Das Beste kommt aber zum Schluss:

In der Schweiz sagt das Gesetz, dass nur Bier ist, das folgende sechs Bestandteile aufweisen muss, beziehungsweise aus ihnen hergestellt wurde: Trinkwasser, Hopfen, Malz, Hefe, Kohlensäure und Alkohol. Fehlt einer dieser Bestandteile (z.B. Alkohol) oder ist ein siebenter Bestandteil drin (z.B. Banane) ist das nach Gesetz kein Bier. Es kann aber als «Getränk mit Bier» verkauft werden. Mit den sechs Bestandteilen, Wasser, Hopfen, Malz, Hefe, Kohlensäure und Alkohol lassen sich tausende von verschiedenen Bieren herstellen. Zugegeben: der Brauer ist gefordert, wenn er mit diesen sechs Bestandteilen sein Bier im Brauprozess steuert. Aber Brauen ist eben eine Kunst und die will gelernt sein. Damit sei kein Wort gegen die verschiedenen Biere gesagt, die mit Rohfrucht (Weizen, Roggen, Hirse, Mais, Reis usw.) angereichert werden. Oder mit Fruchtaromen wie Banane, Kirsche oder Mango. Oder mit Gewürzen. Das sind meistens ganz tolle Biergetränke. Aber kein «richtiges» Bier.

Wie bitte ?!? Wie ist diese Aussage von Hr. 1516 zustande gekommen ? Sie soll zwar viele Brauereien in der Schweiz interessieren – es sind ja nicht wenig, die Weizen, Mais, Früchte oder Gewürze, unter anderen, benutzen und sie könnten damit etliche Biersteuern ersparen, falls ihre Biere eben keine Biere sind ! – sie stimmt aber wohl nicht. Die Verordnung des EDI (Eidgenössische Departement des Innern) über alkoholische Getränke – hier anzusehen – definiert unter „Kapitel 6: Bier“ :

Art. 41 Definitionen

1 Bier ist ein alkoholisches und kohlensäurehaltiges Getränk, das aus mit Hefe vergorener Würze gewonnen wird, der Doldenhopfen oder Hopfenprodukte zugegeben werden.

2 Die Würze ist aus stärke- oder zuckerhaltigen Rohstoffen und aus Trinkwasser hergestellt.

3 Hopfenprodukte sind Hopfenpulver, angereichertes Hopfenpulver, Hopfenextrakt, Hopfenextraktpulver und isomerisierter Hopfenextrakt.“

Ähm … Wo steht doch dieser beweiskräftige Satz, der nicht mehr Bestandteile erlauben soll ? Moment, hier kommen noch die Anforderungen:

Art. 42 Anforderungen

1 Bier muss in der Regel klar sein. Bestimmte Biertypen (z. B. unfiltriertes Bier, Hefeweizenbier) dürfen Trübungen oder Ablagerungen aufweisen, die infolge eines speziellen Herstellungsverfahrens entstanden sind.

2 Die Würze wird aus Gersten- oder Weizenmalz hergestellt. Für sie können überdies folgende stärke- oder zuckerhaltigen Rohstoffe verwendet werden:

a Cerealien wie Mais, Reis;

b.Zucker, Invertzucker, Dextrose, Glucosesirup bis höchstens 10 Massenprozent;

c Stärke bis höchstens 20 Massenprozent.

3 Für die Zubereitung der Würze dürfen Röstmalz und Röstmalzextrakte verwendet werden.

4 Der pH-Wert des Bieres darf bei der Abgabe an Konsumentinnen und Konsumenten 5,0 nicht übersteigen.

5 Der Gehalt an Kohlendioxid muss mindestens 0,3 Massenprozent betragen.

6 Bier muss aus einer Stammwürze von mindestens 10 Massenprozent hervorgegangen sein; vorbehalten bleibt Artikel 43 Absätze 3 und 4.“

mikkellerbar

Biervielfalt. Mit “richtigem Bier” ?

Caramba ! Nichts über einen zusätzlichen Bestandteil, der das Bier in „Getränk mit Bier“ verändern soll. Viel schlimmer: es werden sogar Mais, Reis, Zucker, usw. explizit erwähnt !

Es tut mir sehr leid für Sie, Hr. 1516, aber in der Schweiz gelten Biere mit Früchten, Gewürzen, Weizen, Zucker und vieles mehr noch als „richtige Biere“. Mich stört es eigentlich nicht, dass Sie dies nicht wahrnehmen können oder wollen. Mich stört es aber sehr, dass Ihre falsche Behauptungen in einer Bierzeitung publiziert wird. Und dass in der Zeitung einer Gesellschaft – die notabene als Ziel „die Förderung der Biervielfalt zu unterstützen“ hat – eine wiederholte, aktive und lügnerische Abwertung von vielen Biersorten getan/erlaubt wird, finde ich nicht nur pikant und peinlich, sondern vor allem inakzeptabel.

cheers !

Reinheitsgebot

Posted: May 17, 2014 in Swiss beer scene
Tags:

reinheitsgebot_schild_neuLa traduction française se trouve plus bas.

For english, please scroll to the end.

Heutzutage wird in der Schweiz leider immer zu häufig der Reinheitsgebot-Mythos zelebriert und referenziert. Es ist nicht selten, dass neue Mikrobrauereien (und nicht nur in der Deutschschweiz !) das Reinheitsgebot als Garantie ihrer Bier-Qualität ganz stolz hervorbringen. Ebenfalls war kürzlich in der Bier-Zeitung der GFB (Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt) zu lesen: “In der Schweiz gilt das Reinheitsgebot ebenfalls“. Ein eher pikantes Paradox …

Deshalb ist es wieder mal Zeit, die Tatsachen klarzustellen und der folgende Artikel (zwar alt aber weiterhin völlig relevant) von Ronald Pattinson – Bier Schriftsteller und Historiker – ist dafür bestens geeignet.

<Anfang des Artikel von Ron Pattinson>

“Das Reinheitsgebot – und weshalb es Mist ist”

Das Reinheitsgebot, das älteste Verbraucherschutzgesetz und eine Garantie der Bierqualität. Ein Beispiel für die Welt, wie Bier gebraut werden sollte, so wie es die Deutschen für Jahrhunderte getan haben. Gut-naja, nicht wirklich. Diese sind einige der Mythen, die ich hier besprechen möchte. Jeder denkt, daß er weiß, was das Reinheitsgebot ist und denkt, daß es echt super ist. Dies ist ein Versuch, einen objektiven Blick auf etwas zu richten, was ein sehr emotionales Thema sein kann.

Jetzt könnten einige Leute ein wenig entsetzt sein, und sich vielleicht sogar durch den Titel dieser Seite beleidigt fühlen , deshalb zuerst einige Worte der Erklärung : Deutsches Bier im allgemeinen wird zu einem sehr hohen Standard gebraut, den der Rest der Welt mit Recht beneidet. Leider scheinen viele Leute über die Gründe für die hohe Qualität des deutschen Bieres verwirrt zu sein. Insoweit ich es sehe, ist das Reinheitsgebot total irrelevant; Deutsches Bier ist gut, weil deutsche Brauer große Fachkenntnis haben und ihr Bier mit Stolz und Sorgfalt brauen.

Daß dies auch ohne die Beschränkung von Malz, Wasser, Hopfen und Hefe zu verwenden , möglich ist, kann durch viele, selbst auch deutsche Biere, nachgewiesen werden. Die Verachtung des Bieres aus der DDR- meistens wegen des angenommen minderwertigen Brauenstandards – finde ich total unrechtmäßig, und meistens auf reines Vorurteil gegründet. Ich kann mich erinnern, als in der DDR zum ersten Mal westdeutsches Bier auf den Markt kam. Was mich überraschte war, wieviel schlechterdie importierten Biere gegenüber den angeblich minderwertigeren Gegenstücke aus der DDR waren. Ich konnte nicht begreifen, weshalb jedermann diese teueren, geschmacklosen Biere den eigenen örtlichen würzigen Bieren bevorzugte.Die Zeit hat gezeigt, daß dies nicht so geblieben ist. Sogar schon vor der Wiedereinführung des Reinheitsgebots im Osten waren die Leute zu ihren alten Lieblingen zurückgekehrt. Jedermann, der das seichte Abwaschwasser von Eschwege Pilsener mit dem wundervollen Mühlhäusener Pilsator verglich, müßte wissen, daß DDR-Bier einfach besser schmeckte.

Ich weiß, daß meine eine umstrittene Ansicht ist, weil viele Leute, einschließlich derer, die es wirklich besser wissen müßten, hypnotisiert sind durch das Argument der “Reinheit” des Bieres, und finden es schwer zu glauben, daß Bier mit anderen Bestandteilen nicht nur genau so rein sein kann, sondern auch genauso gut schmecken kann. Eine geldgierige kommerzielle Brauerei schafft es natürlich, ein minderwertiges Bier entweder mit oder ohne die Beschränkungen des Reinheitsgebot zu brauen. Das Problem ist, daß wenn man sich nur auf eine begrenzten Liste von Bestandteilen konzentriert, man im Kern einen Kompromiß über die Bierqualität der anderen Schlüsselbereiche erlaubt. Ich glaube, daß die Diskussion sich mehr um die Faktoren konzentrieren sollte, die wirklich zum Geschmack eines Bieres entscheidend sind: die Qualität der Bestandteile, die Lagerzeiten, diePasteurisierung, die Filtrierung und die Karbonisierung. Ich denke, daß es zu einfach für viele deutsche Brauereien (und da nicht nur die großen ) gewesen ist, über der Einführung zweifelhafter Techniken zu plaudern und zu behaupten, daß sienoch ‘ reines ‘ Bier brauen. Es tut mir leid, aber ich kann leider nicht glauben ,daß ein gefiltertes, pasteurisiertes Bier, das nur kurz gelagert wurde, für den unwissenden oder unkritischen Kunden ein “reines ‘ Bier ist, bloß weil nur Malz im Sud war. Ich bin nicht für den Einsatz großer Mengen an Zusätzen im der Maische, aber ich weiß, daß ich es wahrscheinlich nicht bemerken würde, ob ein Bier 5% von Nichtmalz-Bestandteilen enthält; wohl aber daß es nicht lang genug gelagert worden ist. Die einzigste Sache, die für mich wichtig ist, ist daß das Bier schmeckt. Solange es gut schmeckt und nichts schädliches enthält, dann sollte der Brauer verwenden, was er will. Man muß bloß mal nach Belgien schauen um zu sehen, wie weit die Grenzen von dem, was als Bier verstanden wird, erweitert werden können. Einfach zu beharren, daß ein Bier gut ist, weil es ‘ rein ‘ ist, macht es jedem deutschen Brauer einfach, die Produktionskosten zu drücken, und doch ein “hochwertiges Produkt” zu liefern.

Seien wir mal ehrlich, es wird eine Menge schlechtes Bier gebraut in Deutschland. Es gibt auch eine große Menge sehr gut produziertes Bier, aber darauf zu bestehen, daß jedes deutsche Bier gut ist, ist doch lächerlich. Nicht jedes britische Bier ist gut, nicht jedes belgische Bier ist gut, sogar nicht jedes tschechische Bier ist gut. Vom karameligem, süßlich-verkochtem Geschmack eines massenproduziertem Altbiers über ein seifiges, süßes Helles bis zu einem eindimensionalen Pils, was wie Limonade mit Hopfenzusatz schmeckt, es gibt eine Menge von langweiligen bis sogar unangenehmen Bieren. Andererseits gibt es die in der Hausbrauerei gebrauten Altbiere von Düsseldorf als eines der feinsten Beispiele der obergärigen Biere in der Welt. Ein fränkisches ungefiltertes Kellerbier ist eine Offenbarung für jeden, der glaubt, daß untergärige Biere nie mit einem Ale für dessen Geschmack und Komplexität des Aromas konkurrieren könnten. Ein bayerischer Weizen, mit seinem Bouquet an Gewürzen – Koriander, Nelken und sogar Banane – kann durch dessen beschränkte Auswahl an Bestandteilen verwirren und dadurch die Aromen einer Gewürzmühle erzielen. Es gibt eine große Vielfalt und vieles, auf was die deutsche Brauwelt stolz sein kann.

Nach dieser Erklärung oder vielleicht auch Entschuldigung: hier sind meine Gründe, weshalb ich glaube, daß das Reinheitsgebot Unsinn ist:

  1. Niemand in der Welt braut nach dem Reinheitsgebot von 1516 . Jeder (mit Ausnahme der Lambic-Brauer, die sich aus anderen Gründen nicht dafür qualifizieren), benutzt neben Wasser, Malz (und ist spezifisch und ausschließlich Gersten- Malz) auch Hefe. Selbst, wenn Sie nicht es absichtlich hinzufügen, würde man es schwerlich ein Bier ohne Hefe brauen können.
  2. Es ist ein Brotschutz- anstatt ein Bierschutzgesetz . Die ursprüngliche Idee, die erlaubten Bestandteile des Bieres zu begrenzen, war es, die Menschen abzuhalten, Bier mit Getreide zu brauen, anstatt daraus Brot zu backen. Vor allem Roggen und Weizen. Die Gerste, die man nicht zum Backen verwenden konnte, aber wohl zum Bierbrauen, sollte für Bier genommen werden. Kein Weizenbier kann behaupten, nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut zu sein, weil es bis das 16. Jahrhundert nur dem Adel erlaubt wurde, mit Weizen Bier zu brauen (genau wie das Essen von Weißbrot), besonders in Bayern war der Gebrauch von Weizen in Bier verboten. Im ursprünglichem Gesetz war nur Gerstenmalz erlaubt..
  3. Die einzig erlaubten Bestandteile sind Malz, Wasser, Hopfen und Hefe, außer dem Zucker in obergärigen Bieren. Warum es erlaubt ist in obergärigen Bieren, und verboten in den untergärigen, ist mir ein Rätsel. Beachten Sie bitte, daß deutsche Brauer die Tatsache nicht bekanntmachen, daß manchmal auch Zucker in ihren Bieren erlaubt ist.
  4. An sich gibt es keine Garantie für gutes Bier. Beachten Sie, daß Heineken-Pils entsprechend nach ihm gebraut wird, und niemand wird allen Ernstes behaupten, daß es ein gutes oder annehmbare Nachahmung des Stiles von Bier ist, worauf es Anspruch erhebt. Oder probieren Sie das köstliche Binding-Bier. Mmh, Abwaschwasser mit einem Hauch von Margerine. Reizend.
  5. Es werden trozdem chemische Zusätze im deutschen Bier benutzt. Es ist immernoch erlaubt, das Wasser mit allen möglichen Chemikalien zu behandeln, die man mag, bevor es benutzt wird. Außerdem alle Schädlingsbekämpfungsmittel und chemischen Düngemittel beim Anbau der Gerste. Einige deutsche Brauer ärgerten sich an den Leuten, die organisches Bier brauen, weil sie es als Herausforderung ihres Anspruchs zur Reinheit sahen.
  6. Sie begrenzt die Artenvielfalt der möglichen Biere . Praktisch keines der klassischen belgischen Ales sind oder könnten gebraut werden, wenn man sich an die Richtlinien des Reinheitsgebots hielte. “Frambos” (Himbeerbier) und “Kriek” (Kirschbier) wegen des Gebrauchs von Früchten (welche wohl kein preiswerter Ersatz für Malz darstellen), “La Chouffe” und Weizenbiere wegen ihres Gebrauchs von Gewürzen, ohne die keine von diesen möglich wären. Wenn ich die Wahl hätte zwischen Heineken Pils und La Chouffe, wüßte ich, für welches ich mich entscheiden würde.

Angesichts der Anzahl von Brauereien wie sie Deutschland besitzt, gibt esverhältnismäßig wenig Bierarten. Bayern, mit seinen Hunderten Brauereien hat nur eine Handvoll unterschiedlicher Arten. Belgien andererseits mit seiner offenen Beziehung zu den Bestandteilen, hat fast ebenso viele Arten wie Brauereien. Sogar Österreich mit seinen bloß ungefähr 60 Brauereien handhabt mehr unterschiedlicher Arten des Bieres als ganz Deutschland zusammen.

7. Deutsche brauen seit 1516 nach dem Reinheitsgebot . Stimmt, die Bayern. Obwohl, nicht alle. Bayern war im Jahre 1516 ein Stück kleiner als jetzt und schloß noch nicht das Frankenland ein, in dem noch 50% aller Brauereien , die in Bayern aktiv sind, sich befinden. Das Reinheitsgebot wurde erst seit der Jahrhundertwende (von1900) auf ganz Deutschland ausgedehnt. Diese war eine Vorbedingung der Bayern für den Zusammenschluß mit Deutschland. Es wurde heftig von den norddeutschen Brauern als Versuch der Bayern kritisiert, um ihren Handel zu schützen . Es ist der Beginn zur vollständigen Auslöschung bestimmter Bierarten (es hat eine Tradition von gewürzten Bieren gegeben, die vermutlich zurückging auf die Zeit, bevor Hopfen allgemein verwendet wurde), wie es wieder in den neunziger Jahren geschah, als eine Version von Köstritzer Schwarzbier nicht mehr produziert werden konnte.

8. Es dient nicht wirklich zum Schutz für den Verbraucher . Es ist noch zweifellos möglich, ein unreines, furchtbares, hefe- oder bakterieninfiziertes Bier zu produzieren und es zu verkaufen. Ich habe Bier in Deutschland getrunken, was so hefeinfiziert war, daß es die Brauerei nie hätte verlassen sollen. Das Reinheitsgebot hat nichts darüber zu sagen. Wirkliche Verbrauerschutzgesetze würden darauf bestehen, daß es ein Bier auch trinkbar ist.

9. Das aktuelle Reinheitsgebot ist nicht dasselbe wie das von 1516 . Das ursprüngliche Gesetz sagt, daß Bier nur von Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden soll. Beachten Sie, daß damit nicht Gerstenmalz gemeint ist, sondern Gerste. Außerdem wird auch nicht irgendeine andere Form von Malz oder Korn erwähnt, wie z.B. Weizen. Guiness, das heute wegen des Gebrauches von gerösteter Gerste nicht unter das Reinheitsgebot fällt, würde unter den Richtlinien von 1516 wohl darunter zählen.

10. Deutsche Brauer halten sich selber nicht immer an’s Reinheitsgebot. Viele Brauereien benutzen verschiedene Zusätze für Versionen ihrer Biere, die ins Ausland verkauft werden. (obwohl dieses nicht den bayrischen Brauereien erlaubt ist).

11. Viele deutsche Weizenbiere können sich nicht ausschließlich an die Richtlinien des Reinheitsgebots halten. Weizenmalz wird nur als Bestandteil in obergärigen Bieren erlaubt, dennoch werden viele Hefeweizenbiere mit einer untergärigen Hefe abgefüllt. Da diese Hefe die Gärung in der Flasche fortsetzt, ist es die Frage, ob das Endresultat ein reines obergärigen Bier ist.

Einige fehlgeleitete Menschen haben, ohne an die Konsequenzen zu denken, die Einführung des Reinheitsgebotes auf die gesamte EG vorgeschlagen. Welche Katastrophe wäre dies für die Artenvielfalt und Auswahl für den Biertrinker ! Belgische Biere mit Früchten und gewürzte Biere, das finnische “sahti”, sogar das traditionelle ” Guinness”, wären nicht länger erhältlich. Was man wirklich bräuchte wäre ein Gesetz, was die Brauer zwingt, die Inhaltsstoffe auf dem Etikett zu vermelden , wie es schon in den skandinavischen Ländern der Fall ist. Dann würden die Konsumenten sehen, was sie kriegen und können so eine kluge Auswahl treffen. Ich selber will meine Auswahl an Bieren nicht von einem mittelalterlichen Gesetz beeinträchtigt sehen, was bayrische Bauern dvon abhalten sollte, ihr Getreide zu verbrauen, anstatt es in Mehl zu mahlen.

<Ende des Artikels von Ron Pattinson>

FRANCAIS

Par trop souvent encore malheureusement, le mythe de la Reinheitsgebot allemande (en français “décret sur la pureté de la bière”) est célébrée et mise en valeur en Suisse. Il n’est pas rare de voir que de nouvelles microbrasseries (et pas seulement en Suisse alémanique !) arbore fièrement le fait que leurs bières soient produites suivant cette loi, tel un gage de qualité. De plus, récemment, on a pu lire dans un article parut dans la revue “Bier-Zeitung” de l’association “Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt”  (société pour la promotion de la diversité de la bière): “la Reinheitsgebot est valable également en Suisse”. Un paradoxe assez piquant …

Pour cette raison, il est temps de remettre une fois de plus l’église au milieu du village et l’article (certes pas récent mais toujours parfaitement valable) de Ronald Pattinson – écrivain et historien de la bière – s’y prête merveilleusement bien.

<début de l’article de Ron Pattinson – traduction par Laurent Mousson>

Reinheitsgebot – Pourquoi ce n’est qu’un tas de vieilles conneries.

Ron Pattinson

Le Reinheitsgebot, ou loi de pureté, la plus vieille loi de protection du consommateur, et une garantie de qualité de la bière. Un exemple pour le monde entier de comment la bière devrait être brassée, comme les Allemands le font depuis des siècles. Ben non, pas vraiment. Ce ne sont que quelques-uns de mythes que j’aimerais relever. Tout le monde croit savoir ce qu’est le Reinheitsgebot, et pour l’essentiel, pense que c’est bien. Ceci est une tentative de voir de façon objective un sujet qui peut être assez sensible.

Certains auront sans doute été choqués, voire scandalisés par le titre de cette page, donc voici quelques explications préliminaires. La bière allemande en général est brassée selon des normes très élevées, que le monde entier lui envie à juste titre. Malheureusement, beaucoup de gens ne savent pas vraiment pourquoi. Autant que je puisse dire, le Reinheitsgebot n’a aucun rapport ; la bière allemande est bonne parce que les brasseurs allemands sont compétents et font leur bière avec soin et fierté.

Le fait qu’il soit aussi possible de le faire sans les limitations liées à l’emploi exclusif de malt, d’eau, de houblon et de levure a été prouvé par bien des brasseurs, certains en Allemagne même.

J’a toujours trouvé le mépris à l’encontre des bières d’Allemagne de l’Est – à cause des normes de production inférieures- tout à fait injuste, et basé avant tout sur de purs préjugés. Je me souviens bien avoir été en Allemagne de l’Est quand les bières d’Allemagne de l’Ouest sont arrivées sur le marché. Ce qui m’a alors surpris, c’est à quel point ces bières importées étaient plus mauvaises que leurs homologues, supposés inférieurs, de l’Est. Je ne comprenais pas comment qui que ce soit puisse préférer ces bières chères et insipides aux productions locales goûtues. Le temps a montré que ce n’était pas le cas. Avant même la réintroduction du Reinheitsgebot à l’Est, les gens étaient retournés à leurs anciennes amours. Quiconque comparait l’acratopège eau de vaisselle appelée Eschwege Pils avec la formidable Mühlhausener Pilsator savait pourquoi : les bières de la RDA avaient simplement meilleur goût.

Je me rends compte que c’est un point de vue provocateur, parce que beaucoup, y compris bien des gens qui devraient être critiques, ont hypnotisés par l’argument de la bière “pure” et n’arrivent pas à croire qu’une bière faite avec d’autres ingrédients peut très bien être au moins aussi pure, mais aussi avoir aussi bon goût. Une brasserie commerciale de mârde parviendra très bien à brasser de la pisse insipide, avec ou sans la contrainte du Reinheitsgebot. Le problème est que cette concentration sur une liste limitée d’ingrédient comme le point central de la qualité de la bière permet des compromis dans d’autres domaines cruciaux. Pour moi la discussion devrait plus se concentrer sur les facteurs vraiment cruciaux pour le goût de la bière: qualité des ingrédients, durée de la garde, pasteurisation, filtrage, et gazéification.. Je pense qu’il n’a été que trop facile pour bien des brasseries allemandes, et pas rien que les grosses, de cacher l’introduction de techniques douteuses en insistant qu’il brassaient toujours de la bière “pure”. Désolé, mais j’ai bien peur de trouver dur à accepter qu’une bière filtrée, pasteurisée, passée en vitesse par la cave avant d’être expédiée à des clients inconscients ou insouciants, soit une bière “pure”, simplement parce qu’elle ne contient que du malt dans la maîche. Je ne prône pas l’usage de grandes quantités d’additifs (sucre, céréales crues) dans la cuve-matière, mais je sais que, si je ne peux pas détecter si une bière contient 5% d’autre chose que du malt dans la mouture, mais je peux certainement dire si la garde d’une bière n’a pas été assez longue.. Pour moi, c’est la seule chose qui compte : comment est le goût. Du moment que c’est bon et qu’il n’y a pas d’ingrédients dangereux, les brasseurs devraient pouvoir utiliser les ingrédients qu’ils veulent. Il suffit de se tourner vers la Belgique pour voir jusqu’où les limites de la bière peuvent être repoussées. Insister simplement que toutes leurs bières sont bonnes parce qu’elles sont “pures” a été très pratique pour tout brasseur allemand désirant rogner les coûts, tout en maintenant qu’ils fournissent un produit d’excellente qualité.

Soyons honnêtes :il y a des tas de bières infectes brassées en Allemagne. Il y a aussi une grande quantité de bonne bière qui y est produite, mais prétendre que toute bière allemande est bonne est évidemment ridicule. Toutes les bières anglaises ne sont pas bonnes, toutes les bières belges ne sont pas bonnes, et pas même toutes les bières tchèques ne sont pas bonnes. De l’arôme caramélisé de sucre d’orge d’une alt de masse à une pils plate telle une limonade à l’extrait de houblon, en passant par une helles savonneuse et douceâtre, il y a plein de bières médiocres ou franchement déplaisantes. De l’autre côté, les altbiers des brewpubs de Düsseldorf sont parmi les plus beaux exemples de fermentations hautes du monde. Une kellerbier franconienne, non filtrée, est une révélation pour quiconque croyait que les fermentations basses ne peuvent pas rivaliser avec les hautes en matière de subtilité et de complexité d’arôme. Une weizen bavaroise, avec son bouquet d’épices – coriandre, girofle, banane, même – peut dépasser les limitations de ses ingrédients et parvenir à des arômes droit sortis du moulin à épices. Il y a une grande variété et beaucoup de quoi être fier dans le monde brassicole allemand.

Cette explication – excuse faite, voici mes raisons pour lesquelles le Reinheitsgebot n’est qu’un tas de vieilles conneries :

1. Plus personne dans le monde ne brasse selon le Reinheitsgebot de 1516. Tout le monde (sauf les brasseurs de lambic, disqualifiés pour d’autres raisons) utilise de la levure en plus de l’eau, du malt (et c’est exclusivement du malt d’orge). Même en ne l’ajoutant pas délibérément vous trouverez assez difficile de brasser de la bière sans levure.

2. C’est une loi de protection du pain plutôt qu’une loi de protection de la bière. L’idée d’origine en limitant les ingrédient admis pour la bière était d’empêcher les gens d’utiliser les céréales panifiables pour faire de la bière. Spécifiquement, le seigle et le blé. L’orge, difficilement panifiable, mais parfaite pour brasser devait être réservée à la bière. Aucune bière de froment ne peut être brassée selon le Reinheitsgebot de 1516, parce que, , jusqu’au 16e siècle, quand l’aristocratie reçut le privilège de brasser avec du blé (l’équivalent de manger du pain blanc), l’usage de blé était spécifiquement interdit en Bavière. Dans la loi d’origine, seul le malt d’orge est autorisé.

3. Les seuls ingrédients autorisés sont le malt, l’eau, le houblon et la levure… et les sucres pour les fermentation hautes.. Pourquoi c’est autorisée en fermentation haute et interdit en basse reste une énigme pour moi. Vous noterez que les brasseurs allemands ne se vantent pas que les sucres soient parfois autorisés dans leurs bières.

4. Ce n’est en soit pas la garantie d’une bonne bière. Regardons les choses en face, l’Heineken Pils [version allemande NdT.] est brassée selon cette loi, et personne ne pourrait sérieusement l’accuser d’être une bonne, ou même acceptable, imitation du style qu’elle prétend être. Ou essayer cette délicieuse Binding, mmmmh, de l’eau de vaisselle avec une giclée de margarine, adorable.

5. Des additifs chimiques sont toujours utilisés dans la bière allemande. Il est parfaitement possible de traiter l’eau avec tous les additifs chimiques que vous voulez avant de l’utiliser. Plus tous les pesticides et engrais chimiques que vous voulez dans l’orge. Certains brasseurs allemands se sont offusqués de l’idée de brasser des bières biologiques, parce qu’ils les voyaient comme une menace pour leurs propres prétentions de pureté.

6. Il limite les styles de bières possibles. Pratiquement aucune des fermentations hauts belges n’est ou ne peut être brassée si vous suivez les règles du Reinheitsgebot. La Framboise ou la Kriek à cause des fruits (pas vraiment un substitut bon marché au malt), La Chouffe et les blanches à cause des épices, aucune d’entre elles ne serait possible. Si on me donne le choix entre la Chouffe et l’Heineken Pils, je sais laquelle je choisis.
Considérant le nombre de brasseries qu’elle possède, l’Allemagne est le berceau de relativement peu de styles de bière.. La Bavière, avec ses centaines de brasseries, n’a qu’une poignée de styles différents. Au contraire, la Belgique, avec son approche ouverte des ingrédients, a pratiquement autant de styles que de brasseries. Même l’Autriche, avec sa soixantaine de brasseries, arrive à faire plus de styles de bières que toute l’Allemagne.

7. Les Allemands suivent le Reinheitsgebot depuis 1516, enfin les bavarois, et encore, pas tous ! En 1516, la Bavière était bien plus petite que ce qu’elle est actuellement, et n’incluait pas la région cette quantité négligeable de la brasserie qu’est la Franconie, où presque la moitié des brasseries bavaroises actuelles se trouve. Le Reinheitsgebot n’a été étendu à toute l’Allemagne qu’autour de 1900, la Bavière l’ayant réclamé pour accepter vraiment sin intégration à l’Empire. L’opposition des brasseurs du Nord de l’Allemagne fut vigoureuse, car ils le voyaient comme une mesure protectionniste. Son extension à tout le pays vit la disparition de certains styles de bière (il y avait une tradition de bières épicées, remontant probablement à avant l’introduction du houblon), ce qu’on vit à nouveau dans les années 90, quand une version de la Köstritzer Schwarzbier n’a plus pu être produite.

8. Ce n’est pas une protection pour le consommateur. Il est toujours possible de brasser une bière terriblement impure, avec une infection bactérienne ou de la levure, et de la vendre. J’ai bu en Allemagne des bières si durement infectées qu’elles n’auraient jamais dû quitter la brasserie. Le Reinheitsgebot ne dit rien à ce sujet. Une vraie législation de protection du consommateur insisterait que le bière soit buvable.

9. Le Reinheitsgebot actuel n’est pas le même que celui de 1516. La loi d’origine dit que la bière ne doit être faite que d’orge, de houblon et d’eau. Notez que ce n’est pas du malt d’orge, mais bien de l’orge qui est spécifié. Bien sûr, aucune mention d’une autre céréale, comme le blé. La Guinness n’est pas conforme au Reinheitsgebot à cause de l’usage d’orge rôti, mais aurait passé la rampe en 1516.

10. Les brasseurs allemands ne suivent pas toujours le Reinheitsgebot. Bien des brasseries utilisent des additifs pour leurs bières vendues à l’étranger. (Bien que celles situées en Bavière n’en aient pas le droit)

11. Beaucoup de blanches allemandes (Weizenbiere), ne sont pas strictement conformes. Le malt de blé est uniquement permis pour les bières de fermentation haute, mais la plupart des Hefeweizen sont embouteillées avec une levure basse. Comme cette levure va poursuivre la fermentation dans la bouteille, on peut se demander si le produit fini est une pure fermentation haute.

Certaines personnes fourvoyées, sans vraiment penser aux conséquences, avaient proposé l’introduction du Reinheitsgebot dans toute l’Union Européenne. Quel désastre ç’aurait été pour la diversité et le choix offert au buveur de bière. Les Bières belges épicées ou au fruits, le sahti finlandais, même la Guinness ne seraient plus possibles. Ce qui manque vraiment, c’est une législation forçant les brasseurs à indiquer la composition sur l’emballage (comme c’est déjà le cas en Scandinavie. A ce moment-là, les consommateurs sauront ce qu’ils boivent et pourraient choisir. Personnellement, je ne veut pas que le choix de bières qui m’est offert soit limité par une législation médiévale pour empêcher les paysans de brasser avec des céréales panifiables.

<fin de l’article de Ron Pattinson>

ENGLISH

Too frequently, the myth of the German Reinheitsgebot is still referenced and celebrated in Switzerland. It is not uncommon to see new microbreweries indicating proudly that their beers are produced according to this law guaranteeing by this fact the high quality of their products. Recently in an article published  by the “Gesellschaft zur Förderung der Biervielfalt” (association for the promotion of the diversity of beer) it was written that “the Reinheitsgebot also applies in Switzerland”. A quite funny paradox …

For these reasons I think it is time – again – to put the facts straight and for this, the article of Ronald Pattinson – bier writer and historian – is perfectly adequate:

The German Reinheitsgebot – why it’s a load of old bollocks

cheers !